Caritas:Wir machen keine falschen Hoffnungen

"Innenminister Strasser ist mit Fakten nicht vertraut"

Wien (OTS) - Wien, 16.10.2002 (OTS) Scharf reagiert die Caritas
auf Aussagen von Innenminister Ernst Strasser in der gestrigen ORF Fernsehsendung "Report". Andrea Huber, die Flüchtlingsexpertin der Österreichischen Caritas Zentrale und Werner Binnenstein-Bachstein, Leiter des Bereichs AusländerInnenhilfe in der Caritas Wien sehen "als Experten, die hier vielleicht einen kleinen Startvorteil gegenüber dem Herrn Bundesminister haben" die "Notwendigkeit für eine Nachilfestunde in Sachen Fakten zur Rückkehrhilfe".

"Wir weisen die Behauptungen des Herrn Bundesministers gegen CaritasmitarbeiterInnen im Bereich der Rückkehrhilfe in aller Klarheit und Schärfe zurück. Diese Behauptungen zeichnen sich durch Unkenntnis der tatsächlichen Arbeit aus.Niemand aus dem Bereich der Rückkehrhilfe macht Asylwerbern falsche Hoffnungen, und die Arbeit in den Beratungsstellen erfolgt nach klaren und professionellen Standards. Offensichtlich ist Bundesminister Strasser mit den Fakten nicht vertraut. Die Rückkehrberatung der Caritas hat die - auch mit dem Innenministerium vereinbarten - Ziele im Jahr 2001 mit 123 Prozent übererfüllt: statt angepeilten 350 wurden 429 Rückkehrberatungen erfolgreich abgeschlossen. Für 2002 zeichnet sich ein noch deutlicheres Ergebnis ab, der aktuelle Stand ist 450, am Ende des Jahres wird man bei rund 600 stehen, das vereinbarte Ziel für das laufende Jahr von 370 Fälle war bereits vor der 'Kosovo Rückführaktion’ erfüllt.
In den letzten dreieinhalb Jahren wurden mehr als 2700 Menschen über die Rückkehrhilfe der Caritas bei ihrer Rückkehr beraten und unterstützt. Schon einmal musste dabei eine extrem herausfordernde Situation bewältigt werden, als 1999 über 700 Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo bei der Rückkehr begleitet und unterstützt wurden. Im Blick auf die vergangenen Jahre wurde Rückkehr in 65 verschiedene Länder ermöglicht. In der Rechtsberatung der Caritas der Erzdiözese Wien - wo Rückkehr immer auch eine Perspektive ist - werden pro Jahr über 20.000 Beratungsgespräche geführt. Wir haben die uns vorgegebenen Ziele Jahr für Jahr deutlich überschritten. Die Rückkehrberatung der Caritas arbeitet also professionell und ist auch dokumentierbar erfolgreich. Bis vor zwei Jahren wurde das Caritas-Rückkehrhilfe-Projekt direkt von der EU gefördert. Damals wurde es als ein 'best practice'- Modell bezeichnet und wurde europaweit bei Tagungen als Modell empfohlen. Worauf Bundesminister Strasser also seine Einschätzung stützt, ist uns völlig unklar. Aus den Fakten lässt sie sich jedenfalls nicht ableiten. Uns ist bewusst, dass Wahlkampf ist. Aber wir haben auch in dieser Zeit kein Verständnis dafür, wenn Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiter pauschal diffamiert werden."
Strasser hatte im "Report-Interview" die Arbeit der Rückkehrhilfe als ineffizient dargestellt.

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