AK OÖ präsentiert Lehrlingsstudie: Jede/-r Dritte arbeitet bereits kurz nach Lehrabschluss nicht mehr im erlernten Beruf

Linz (AKO) Qualität und Nachhaltigkeit der Lehrlingsausbildung standen im Mittelpunkt einer Studie, die im Auftrag der AK Oberösterreich von IFES durchgeführt wurde. Ergebnis: jede/-r dritte Lehrabsolvent/-in arbeitet nicht im erlernten Beruf. "Ein Zeichen dafür, dass viele Jugendliche nicht die Chance haben, ihren Wunschberuf zu erlernen," so AK-Präsident Hubert Wipplinger.

Befragt wurden Lehrabsolventen der Jahrgänge 1997 und 1998. Zwei Drittel von ihnen arbeiten im erlernten Beruf, 13 Prozent in einem verwandten Beruf und 20 Prozent haben die Sparte völlig gewechselt. Besonders hoch ist die Tendenz zum Wechseln im Einzelhandel, bei Kfz-Mechanikern/-innen und Friseuren/-innen.

Als Hauptgrund für den Wechsel (52 Prozent) wurden die geringen Verdienstchancen im erlernten Beruf angeführt, jede/-r Vierte bemängelte fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und 13 Prozent konnten keine freie Stelle in ihrem erlernten Beruf finden.

Rückblickend betrachtet hätte jeder fünfte Befragte lieber einen anderen Beruf erlernt. Als Grund gibt die Hälfte von ihnen an, dass ihnen ein anderer Beruf besser gefallen hätte, 43 Prozent hätten sich bessere Bezahlung und mehr Karrierechancen erwartet. 13 Prozent glauben, mit einer anderen Lehrsausbildung eher eine Stelle finden zu können.

Befragt nach Verbesserungsvorschlägen für die Lehrausbildung steht die Forderung nach einem stärkeren Einsatz der Unternehmen in der Lehrlingsausbildung (93 Prozent "sehr" oder "eher wichtig") ganz oben. Vom Staat wünschen sich 84 Prozent mehr Einsatz in dieser Frage. Wichtig sind den Jugendlichen auch gute Verdienstmöglichkeiten (89 Prozent) sowie die Forderung nach höherer Ausbildungsqualität (90 Prozent "sehr" oder "eher wichtig").

"Die Realität sieht leider anders aus", so Präsident Wipplinger. "1400 jungen Menschen in Oberösterreich haben keinerlei Lehrstellenangebot erhalten. 500 wurden vor der Statistik in Berufsorientierungsmaßnahmen versteckt". Das Notprogramm der Bundesregierung kommt zu spät und reicht nicht aus. So sind für Oberösterreich nur 467 Plätze vorgesehen - bei 1400 Betroffenen.

"Schön, dass jetzt auch die Unternehmervertreter zugeben, dass die Betriebe zu wenig ausbilden. Im Interesse der Jugendlichen hoffe ich, dass es gelingt zusätzliche Lehrstellen anzubieten, aber bitte nicht irgendwelche, sondern solche mit qualitätsvoller Ausbildung und Zukunftschancen!" so Wipplinger in Richtung Wirtschaftskammer. Sonst würde die Zahl jener, die knapp nach dem Lehrabschluss das Berufsfeld wechseln in Zukunft noch weiter steigen: "Und das ist weder im Sinne des Erfinders, noch des ausbildenden Betriebes."

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