AKNÖ-Konsumentenschützer fordern mehr Lebensmittelkontrollen

Wien (AKNÖ)-. Die Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) haben von Juli bis September im Lebensmittelhandel, Bioläden und Reformhäusern in 52 Betrieben in Niederösterreich stichprobenartig 146 Kühl- und 176 Gefriergeräte auf die richtige Temperatureinstellung untersucht.

Das Ergebnis:

Ganz und gar unerfreulich war das Ergebnis bei den untersuchten Kühlgeräten:
· Bei 9 von 146 Geräten war die Temperatur zu hoch, 3 waren gerade
noch in der Toleranzgrenze.
· Kaum Beanstandungen gab es bei den 176 untersuchten Gefriergeräten: Nur in einem Betrieb entsprach die Temperatur nicht den Anforderungen, bei 2 lag sie in der Toleranzgrenze.
· Die meisten Beanstandungen gab es in Bioläden und Reformhäusern!

Enttäuschend: Bioläden gehören zu den "Verlierern"

Trotz der positiven Ergebnisse ist Günther La Garde, Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer, enttäuscht. Denn die meisten Beanstandungen traten in Bioläden und Reformhäusern auf. Also gerade in jenen Geschäften, wo der Konsument ganz besonders in die Qualität der Produkte vertraut und auch bereit ist, dafür ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen. Er kündigt deshalb an, weiterhin flächendeckende Überprüfungen bei Kühl- und Gefriergeräten durchzuführen. Dabei erkennt man die Wichtigkeit von externen Messungen - es wurde im Zuge der Erhebung festgestellt, dass 3 Geräte defekt waren. Bei einem Gefriergerät wurden laut Digitalanzeige -25° C angezeigt, tatsächlich ergab unsere Messung nur -10,1°C bei Tiefkühlfisch!

Ing. Werner Krisch, AKNÖ-Konsumentenschützer, erklärt wie untersucht wurde: "Die Oberflächentemperaturen bei verschiedenen Produkten wurden gemessen. Dabei habe ich insbesondere das zweite Produkt in der Reihe bzw. im Stapel gemessen, um etwaige Ungenauigkeiten, die zum Beispiel durch Umluft entstehen können, ausschließen zu können." Die Kühlkette muss einfach stimmen. Schwankungen auch nur um ein paar Grad dürfen einfach nicht vorkommen. Immer wieder zeigen Tests, dass sensible Produkte wie Fleisch oder Fisch frühzeitig verdorben sind. Der Konsument muss sich auf die am Etikett angegebene Haltbarkeitsfrist verlassen können.

Mit den Unternehmen, wo die Ergebnisse nicht zufriedenstellend waren, wurde bereits Kontakt aufgenommen und Verbesserungen zugesagt. Im persönlichen Gespräch lassen sich immer Lösungen finden, ist La Garde überzeugt. Unangekündigte Nachkontrollen werden zeigen, ob sich die Unternehmen auch an ihre Zusagen halten werden. Und wenn nicht, dann werde man "dementsprechende Schritte unternehmen und sich auch nicht scheuen, die Namen der schwarzen Schafe öffentlich zu machen".

Die Fakten:
Verwendetes Messgerät: Testo 826-T4 Quicktemp Serien Nr.: 102 0386 Kalibriernummern: 018234, 18325
Kalibriertemperaturen: -30°C, 0°C, 60°C
Grenzwerte bei der Messung:
(Laut Lebensmittelpolizei Wien)
Kühlgeräte: 2 – 4°C
bis 8°C bei Milchprodukten zulässig
0 – 1°C bei Fisch

Gefriergeräte: -18°C
Toleranz: -15°C kurzzeitig erlaubt während des Abtauvorganges.

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