Alte Schmiede geht dem Verbrechen auf den Grund

Wien (OTS) - Verbrecherische Phantasien in mannigfaltigen Variationen bietet das Programm der Alten Schmiede kommenden Freitag. Tote Trafikantinnen, ein tolldreister Coup im Zuge der Euro-Umstellung, eine blutige Parodie auf den Typus "Serienmörder" und die einsame Geschichte eines verunsicherten jungen Mannes aus Serbien bieten das Entree zu einem feinen, stark kriminalistisch getönten Abend.

Eine sich überschlagende, rasant erzählte Geschichte bietet Georg A. Siegl mit seiner Erzählung "Inspektor Kocek & die toten Trafikantinnen" an, in der eine fehlgeschlagene Karriere als Pianist ihre Kompensation im Serienmord an unschuldigen Wiener Tabak- und Briefmarken-Verkäuferinnen findet. Die turbulente, ins Groteske reichende Geschichte ist mit viel Wien-Charme geschrieben, die Ausrichtung an klassische Erzählmuster wird konsequent durch stilistische Übertreibungen unterlaufen. Georg A. Siegl lebt und arbeitet in Wien. Neben seinem Schreiben betätigt sich Siegl auch als Textautor der "Original Stiefelbein Bluhs Bänd".

Eine groß angelegte Betrugs-Geschichte rund um die Einführung des Euro aus der Sicht des Geldes bietet Kurt Leutgebs Roman "Mensch", dessen Reiz sich nicht nur einer internationalen Verschwörungstheorie verdankt, sondern vielmehr dem konsequenten Perspektivwechsel zugunsten des Geldes. Eine tragende Rolle nimmt hierbei auch der Wiener Polizeipsychologe Hans Massl ein, der den Betrug aufdecken bzw. verhindern will, dem aber gleichzeitig die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes zu schaffen macht. Kurt Leutgeb, 1970 in Oberösterreich geboren, lebt und arbeitet in Wien. Erschienen ist der Roman im Verlag Sisyphus.

Ein absurdes Panoptikum an Grausamkeiten, gemixt mit Unmengen Gläsern des Whiskys "Four Roses", Zigaretten und Kokain rollt der junge Grazer Trash Dramatiker Martin G. Wanko, Jahrgang 1970, in seinem Krimi "Ken a crime story" vor dem Leser auf. Wanko, einem größeren Publikum bereits durch die Aufführung seiner Stücke "Who killed Arnie?" und "Der Schleim" als schillernder Autor bekannt geworden, beschreibt in starker Anleihe an US-amerikanische Werke, wie etwa "American Psycho" von Bret Easton Ellis, ein Stück Hölle, dessen Existenz aus einsichtigen Gründen verleugnet werden darf. "Ken" ist in der Edition Kürbis erschienen.

Nicht von Verbrechen und Toten, sondern vom schwierigen Leben im Wiener Exil handelt die Geschichte "Emil" von Denis Mikan, der die Geschichte junger Serben in Wien nacherzählt. Mikan, Jahrgang 1974, wurde in Titograd in Montenegro geboren. Seine Erzählung "Emil", die in der Edition Exil herausgekommen ist, stellt Fragen nach der eigenen Herkunft, wie sie auch das schwierige und verwirrende Leben eines Einzelnen, aufgerieben zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmungen, betont.

o Termin: Freitag, der 18. Oktober
Ort: Alte Schmiede (1., Schönlaterngasse 9)
Beginn: 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Allgemeine Informationen:
o Alte Schmiede: http://www.alte-schmiede.at/literatur.htm
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