STRAHLENSCHUTZZENTRALE: KEINE KÜNSTLICHE STRAHLUNG BEI TEMELIN

übliche wetterbedingte Schwankungen - Aufruf zu verantwortlichem Umgang mit Informationen

Wien (14. Oktober 2002) Bezugnehmend auf eine entsprechende Agenturmeldung, in der unter Berufung auf die Nichtregierungsorganisation "Südböhmische Mütter" die Information verbreitet wird, am 4. Oktober in der Nähe des tschechischen AKW Temelin gemessene Strahlungswerte seien "plötzlich bis auf 12,7 Mikrosievert gestiegen", was - so weiters - "charakteristisch für eine radioaktive Panne" sei, teilt die Österreichische Strahlenwarnzentrale mit:

Das Aerosolmeßgerät der auf Basis des Melker Abkommens aufgestellten Meßeinrichtung der Österreichischen Strahlenwarnzentrale in Budweis hat bis einschließlich 4. Oktober 2002 - wie dies für Schönwetterperioden typisch ist - erhöhte Werte des natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgasses Radon 222 in der Luft mit den üblichen Tagesschwankungen registriert. Durch die Regenfälle wurde das Radon und die Radonfolgeprodukte aus der Luft ausgewaschen und am Boden abgelagert, wodurch es zu einer Erhöhung der Dosisleistung von etwa 115 nSv/h auf max. etwa 150 nSv/h gekommen ist.

Es wurden in der Nähe des AKW Temelin am 4. Oktober K E I N E künstlichen radioaktiven Stoffe durch die Meßeinrichtung in Budweis registriert.

Die Meßstellen des Meßnetzes haben in der fraglichen Zeit in Österreich ebenfalls keine ungewöhnlichen Werte registriert, die Anlaß zur Vermutung über eine Aktivitätsfreisetzung aus einer Nuklearanlage gegeben hätten. Auch die anderen Aerosolmeßstationen in Österreich haben lediglich die Regenfälle am 4. Oktober 2002 und die damit verbundene Dosisleistungserhöhung registriert.

Nachdrücklich ersucht die Strahlenwarnzentrale die Medien um eine sorgsame Berichterstattung in Fragen der nuklearen Sicherheit und bittet vor der Verbreitung derartiger Informationen um Rückfrage bei den entsprechenden Behörden.

(schluss)

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