Bartenstein: Spitzenplatz für Österreich bei Ausbildung

Pakt mit der Wirtschaft für junge Arbeitlose

Wien, 14. Oktober 2002 (ÖVP-PD) "Österreich nimmt durch seine bildungspolitischen Maßnahmen der letzten Jahre - sogar Jahrzehente -weltweit einen Spitzenplatz ein. Besonders erfreulich ist, dass sich Österreich laut World Competitiveness Yearbook vom Platz 5 im Jahr 2000 auf Platz 3 im Jahr 2002 verbessert hat, wohin gegen Deutschland sich im selben Zeitraum vom Platz 16 auf Platz 37 verschlechterte. Trotzdem müssen wir angesicht der derzeitigen angespannten Lage am Arbeitsmarkt alles tun um vorrangig junge Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Wir haben daher einen Pakt mit der Wirtschaft beschlossen, um junge Menschen, die eine Lehrstelle suchen oder arbeitslosen Jugendlichen effizient zu helfen", sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein bei einer Pressekonferenz mit Bildungsministerin Gehrer am Montag. ****

Jugendbeschäftigung: Den besten Start ermöglichen

"Unser Ziel ist es, allen Jugendlichen die besten Chancen auf die bestmögliche Ausbildung zu geben. Unser Land weist die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit auf (7% im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 15,5%).Vor dem Hintergrund des Konjunkturabschwunges hat die ÖVP Mitte September 2002 eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive für 12.000 Jugendliche zwischen 15 und 25 in der Regierung durchgesetzt. Einerseits: Das Jugendausbildungssicherungsgesetz, das auf 3000 Lehrgangsplätze erweitert wurde und andererseits das Sonderprogramm für junge Arbeitslose zwischen 19 und 24 , die z.B. keinen Pflichtschulabschluss oder keine weiterführende Ausbildung haben."

Eckpfeiler eines Sonderprogramms für jugendliche Arbeitslose

"Das Beschäftigungspaket kann die fehlende Konjunktur nicht ersetzen, es müssen aber gerade jetzt für die Zielgruppe der jungen Menschen beschäftigungspolitische Maßnahmen gesetzt werden. Hier müssen wir der Marktwirtschaft nachhelfen damit alles getan wird, um jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen", betonte Bartenstein.

"Das ab sofort startende Sonderprogramm für jugendliche Arbeitslose richtet sich schwerpunktmäßig an jene minderqualifizierten Jugendlichen unter 25, die länger als 3 Monate beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt sind."

"Nach Einschätzung des Arbeitsmarktservice Österreich können für rund 9.000 junge Menschen unterstützende und qualifizierende Maßnahmen durchgeführt werden."

Zielgruppen:

Jugendliche ohne Pflichtschulabschluss

Jugendliche, die nur über einen Pflichtschulabschluss, aber über keine Weiterführende Ausbildung verfügen

Zweite Generation von Drittstaatsangehörigen, die Ausbildungsdefizite insbesondere im Hinblick auf die Sprache aufweisen

Absolventen und Schulabbrecher höherer Schulen, deren Eintritt in den Arbeitsmarkt erschwert ist.

Maßnahmen:

Qualifizierung möglichst mit zertifizierten Abschlüssen (Vorbereitung auf die externe Ablegung der Lehrabschlussprüfung, Facharbeiterintensivausbildung etc. insbesondere in den Berufsfeldern Metall-, Elektro-, EDV-, Medien-, Gesundheits- und Pflegeberufe. Die durchschnittliche Dauer: 18 Monate.

Mit diesen Maßnahmen sollen junge Menschen die aus welchen Gründen immer keinen Schul- oder Lehrabschluss machen konnte eine zweite Chance erhalten.

Darüber hinaus soll für jene Schulabgänger, die keine Lehrstelle bekommen, das Angebot an Lehrgängen ausgeweitet werden. Die Lehrgänge werden außerdem so ausgebaut, dass sie im Fall der Fälle - wenn der Jugendliche wirklich keine Möglichkeit zu einem Job in einem Unternehmen erhält - zu einer Lehrabschlussprüfung führen können. Der Wunsch der Gewerkschaften nach Wiedereinführung von Stiftungen scheint nicht zweckmäßig, da sich damit gerade große Unternehmungen ihre Lehrlingsausbildungen von der Allgemeinheit finanzieren ließen.

Besonders wichtig ist aber, dass die Wirtschaft zusätzliche Lehrstellen zur Verfügung stellt und jungen Menschen Jobangebote macht. Deshalb ist ein wesentlicher Teil der beschäftigungspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung die Entlastung der Wirtschaft.

Eingliederungsbeihilfe "Come back":

Im Rahmen der Beschäftigungsoffensive für 19 bis 24 Jährige wird das beim AMS bestehende Förderinstrumentarium massiv erweitert. Bei Beschäftigung eines langzeitarbeitslosen Jugendlichen erhält der Betrieb seitens des AMS eine Förderung in der Höhe von bis zu 66,7% des laufenden Bruttoentgelts (+50% Pauschale für Lohnnebenkosten). Als Bemessungsgrundlage für die Obergrenze dient die jeweilige ASVG-Höchstbeitragsgrundlage bei Vollzeitbeschäftigung. Die Förderung kann für die Dauer des Arbeitsverhältnisses - maximal 2 Jahre - bezogen werden.

Außerdem wurde anstelle des auslaufenden Lehrlingsfreibetrages eine Lehrlingsausbildungsprämie von 1000 EUR pro Lehrling und Jahr beschlossen. Dies bedeutet eine gewaltige Kostenentlastung im Vergleich zum jetzigen Freibetrag und eine deutliche Verbesserung für kleine Betriebe und Start ups, die gar keinen Freibetrag lukriieren konnten. Für die Lehrlingsausbildungsprämie stehen jährlich 120 Mio. EUR zur Verfügung, dass ist das Doppelte das für den Lehrlingsfreibetrag zur Verfügung stand, sagte Bartenstein.

Die Beitragspflicht zur UV entfällt für alle Lehrjahre, die zur ALV und KV für die ersten beiden Jahre. Damit gibt es eine deutliche Entlastung bei den Lohnnebenkosten für Lehrlinge.

Die Umsetzung der AMS-Maßnahmen für 19- bis 24-Jährige im Einzelnen:

Niederösterreich: ab 22. Oktober: Start mit rund 400 Jugendlichen zur Qualifizierung (Facharbeiterintensivausbildung: Spengler, Dachdecker, Fleischhauer etc..) und rund 550 sonstige:
Computerführerschein etc...

Oberösterreich: Start aktuell mit rund 150 Jugendlichen. Verstärkter Einsatz von Eingliederungsbeihilfen

Steiermark: Start aktuell mit 120 Jugendlichen.

Wien Aufgrund der bereits im Frühjahr angespannte Situation gab es bereits ein Sonderprogramm für Jugendliche, welches ab April 2002 gestartet wurde (7 Mio Euro Extra aus dem Zentralkredit des AMS) Dieses Sofortprogramm wird jetzt ausgeweitet: von 1.10.2002 bis 31.7.2003 3497 zusätzliche Eintritte in Kursmaßnahmen bzw. geförderte Beschäftigungsverhältnisse (Eingliederungsbeihilfen)

Vorarlberg: Umsetzung läuft

Tirol: Schwerpunkt liegt bei Eingliederungsbeihilfen.

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