AKS: "Gehrer konstruiert ihre persönliche Realität"

Wien (SK) Die positive Bilanz der Bildungsministerin über den Zustand des Bildungssystems im Zuge einer Pressekonferenz heute Vormittag stößt bei der Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) auf völliges Unverständnis. "Gerade eine Ministerin muss ein Mindestmaß an Selbstkritikfähigkeit besitzen, so Niki Kowall, Bundesvorsitzender der AKS am Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Gehrer lege trotz besseren Wissens Fakten falsch dar. Ihre Interpretation der Wirklichkeit verkommt voll und ganz zu einer Aneinanderreihung von leeren Politphrasen, die kein seriöser Beobachter des österreichischen Bildungswesens ernst nehmen kann. ****

"Faktum ist, dass das Bildungsbudget zwischen 1999 und 2002 um 10,8Prozent (von 2,77Prozent des BIP auf 2,47Prozent) gesenkt wurde (Quelle Trend 09/2002)", so Kowall. Faktum ist für den SchülerInnenvertreter auch, "dass die pädagogische Ausbildung von LehrerInnen in Österreich definitiv unzureichend ist". "Besonders im didaktischen Bereich zeigen sich massive Defizite. Von Gruppen oder Projektarbeiten, modernen Moderationsmethoden und einem lebendigen Unterricht kann man nur träumen", so Kowall.

"Den Vogel schießt die Ministerin aber mit der Heuchelei rund um die BMHS ab", so Kowall. Wo Gehrer ihre Zahlen hernimmt, ist dem SchülerInnenvertreter ein Rätsel. "Wir wissen lediglich, dass an etlichen BMHS wie z.b. an der HTL Wr. Neustadt Schulabweisungen von bis zu 400 SchülerInnen (IT-Zweig) eine alljährliche Normalität sind und BMHS-Klassen in der Regel mit 36 oder mehr (z.B. HTL Braunau) SchülerInnen eröffnet werden", so Kowall.

Die Auflistung von Systemfehlern im Bildungsbereich, begonnen bei unflexiblen 50-Minuten-Einheiten über fixe Wochenstundenpläne bis zur starren Schulhierarchie könnten laut Kowall "Seiten füllen". "Entweder die Ministerin hat keinen Überblick über ihr eigenes Ressort, oder sie lügt wissentlich. Beides sind Gründe zu gehen", so der AKS-Vorsitzende. (Schluss) ml/mm

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