OSKAR WERNER - "Welch einen sonderbaren Traum träumt' ich..."

Eine Ausstellung vom 17. Oktober 2002 bis 6. Jänner 2003 im Österreichischen Theatermuseum, 1010 Wien, Lobkowitzplatz 2

Wien (OTS) - Pressekonferenz: Mittwoch, 16. Oktober 2002 um 10.30 Uhr im Österreichischen Theatermuseum

Oskar Werner wäre am 13. November 2002 achtzig Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß würdigt das Österreichische Theatermuseum den 1984 verstorbenen, weltberühmten Schauspieler mit einer Ausstellung, die Leben und Wirken Oskar Werners gewidmet ist.

Schon früh erwies sich Werner als "Unbestechlicher", unfähig, sich in das bequeme Mittelmaß einzuordnen, unberechenbar und auf seine Art maßlos. Seine Sensibilität, seine fragile, jungenhafte Erscheinung prädestinierten ihn für gespaltene, gefährdete Charaktere: Hamlet, Don Carlos, Tasso, Becket, Prinz Heinrich oder auch seine Filmrollen - sie alle gestaltete er mit traumwandlerischer Sicherheit, mehr intuitiv als intellektuell analysierend.

Oskar Werner bezauberte sein Publikum nicht nur durch seine suggestive Körpersprache, sondern vor allem auch durch das unvergleichliche, melodiöse Timbre seiner Stimme: Zahlreiche Hörbeispiele werden den Ausstellungsbesucher in Oskar Werners sprachliche Welt (ver)führen, während Filmausschnitte wiederum Werners cineastisches OEuvre dokumentieren. Die Bühne war für Werner eine moralische Anstalt. In monomanischer Selbstübersteigerung erhob er sich zum Verkünder des "wahren" Theaters. Vehement verteidigte er seine Ideale, wetterte gegen den zeitgenössischen Theaterbetrieb, lehnte Angebote, Engagements und jede Art von Kompromiß ab. In Anlehnung an Max Reinhardt beharrte er auf der Vorherrschaft des Schauspielers und beklagte den Tod des Ensemble-Theaters. Seine zahlreichen - meist in finanziellen und künstlerischen Mißerfolgen endenden - Versuche, in Eigenverantwortung mit einem "Oskar Werner-Ensemble" ein Schauspiel-Festival zu begründen werden in der Ausstellung ebenso dokumentiert wie seine zunehmende Verbitterung, die schließlich bis zur völligen Verweigerung führte.

"Anpassungsfähigkeit ist eine Eigenschaft, die ich nicht anstrebe" - dies war Werners Größe und auch Tragik. Die Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum versucht, ein Bild dieser vielschichtigen und charismatischen Künstlerpersönlichkeit nachzuzeichnen, Brüche und Widersprüche aufzudecken und gleichzeitig ein Stück großer Theater- und Filmgeschichte wieder lebendig werden zu lassen.

Das Filmarchiv Austria zeigt von Do 07.11. bis Di 03.12.2002 im Metro Kino eine Retrospektive mit sämtlichen verfügbaren Kinofilmen Oskar Werners.

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