Ökostrom: Tarifforderungen der Bundesländer unverantwortlich!

Papier- und Zellstoffindustrie warnt vor Rohstoffknappheit

Wien (PWK735) - Vor einer akuten Gefährdung der Holzversorgung der Zellstoff- und Papierindustrie durch unverantwortlich hohe Ökostrom-Einspeisetarife bei Biomasse warnt Michael Gröller, Präsident von Austropapier, der Vereinigung der österreichischen Papierindustrie.

"Die Festlegung überhöhter Ökostrom-Einspeisetarife würde zu Marktverschiebungen bei der Biomasse führen und potentiell die Hälfte des Rohstoffbedarfs der Zellstoff- und Papierindustrie bedrohen. Dies wäre ein gravierender Nachteil österreichischer Unternehmen im internationalen Standortwettbewerb", erläutert Gröller, und Oliver Dworak, Referent für Umwelt- und Energiepolitik bei Austropapier, ergänzt: "Die Zellstoff- und Papierindustrie befürwortet die im Ökostromgesetz verankerten Ausbauziele des Einsatzes erneuerbarer Energieträger. Aber die Erreichung dieser Ziele wäre bereits mit der Förderung von entsprechend großen, effizienten und technologisch hochstehenden Biomasse-Anlagen kostengünstig erreichbar. Wenn jedoch durch künstlich hochgeschraubte Einspeisetarife zu viele kleine Anlagen gefördert werden und zuviel Biomasse in die Verstromung geht, könnte es zu untragbaren Kostensteigerungen bei der Ökostrom-Förderung und zu kritischen Versorgungsengpässen bei der Rohstoffsicherung der Zellstoff- und Papierindustrie kommen. Und was die Klimaschutz-Effekte betrifft: Emissions- und Kostenbilanzen sprechen klar für den Einsatz von Biomasse in effizienten Anlagen der Industrie mit Kraft-Wärme-Kopplung. Außerdem könnten Finanzmittel zum Klimaschutz weit effizienter bei Projekten im Ausland als zur Übererfüllung der Ökostrom-Ziele eingesetzt werden".

"Die Wertschöpfung bei der Erzeugung von Zellstoff und Papier ist etwa sechs mal höher als bei der Verbrennung von Holz. Auch die Beschäftigungseffekte stehen etwa in diesem Verhältnis zueinander. Ein Negieren dieser Zusammenhänge würde Österreich extrem teuer kommen. Die Tarif-Vorschläge der E-Control entsprechen weitgehend den Intentionen des Ökostromgesetzes, die Ausbauziele für Ökostrom kosteneffizient und standortverträglich zu erreichen. Es darf nicht sein, dass um kurzsichtiger regionalpolitischer Vorteile willen von dieser sinnvollen Linie abgegangen wird. Auch ist eine Befristung und rechtzeitige Evaluierung der Tarife notwendig, da nur so die nötige Flexibilität gewährleistet wird, um auf unerwünschte Preis- und Marktentwicklungen rasch reagieren zu können", fordert Gröller abschließend. (us)

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