Katastrophale Situation im Transportgewerbe

Arbeitsbedingungen müssen dringend verbessert werden

Wien(HTV/ÖGB)."Jeder vierte Unfall ist auf Übermüdung des Lenkers zurückzuführen. Viele LKW-Fahrer sitzen bis zu 350 Stunden im Monat hinterm Steuer", schilderte der Fachsekretär der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr(HTV) Georg Eberl die Situation im Transportgewerbe anlässlich des internationalen Aktionstages "Übermüdung tötet". Eberl zeigte in einer Presskonferenz die dramatischen Entwicklungen im Transportgewerbe auf. Nichteinhaltung von Ruhezeiten, ungerechte Bezahlung und wirtschaftlicher Druck binden die Lenker an schlechte Arbeitsbedingungen.++++

Anstatt die Arbeitszeiten auf ein international diskutiertes Pensum von 48 Stunden pro Woche zu begrenzen, müssen viele Fahrer bis zu 350 Stunden pro Monat unterwegs sein. Zu geringe Fixlohnbestandteile sorgen dafür, dass Lenkzeiten und Höchstgeschwindigkeiten überschritten werden "müssen", um einigermaßen angemessene Bezahlung zu garantieren.

Darüber hinaus wären strengere und häufigere Kontrollen nötig, um die "schwarzen Schafe" der Frächterbranche entsprechend zu bestrafen. Problematisch sei dabei vor allem, dass immer noch die Lenker anstatt der Unternehmer zur Verantwortung gezogen würden. Dabei seien diese ohnehin wirtschaftlich abhängig und in ihrer Existenz bedroht. Eberl fordert: "Hier müssen endlich die Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden.

Übermüdung ist immer häufiger Ursache für dramatische Unfälle. "Die Katastrophe im Tauerntunnel war ein klassisches Beispiel", so Eberl. "Gegen diese Bedrohung müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden."(az)

ÖGB, 14. Oktober 2002
Nr. 776

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