Mit Heilungsversprechungen Konsumenten geprellt

Irreführende Werbung für Nahrungsergänzungsmittel - Unternehmer nach Böhmdorfer-Klage zu Unterlassung verpflichtet

Wien (OTS) - Konsumentenschutzminister Dieter Böhmdorfer geht in einer energischen Initiative nun auch gegen unhaltbare Werbeversprechungen in Bezug auf Gesundheitsprodukte mit Klage vor. Die ersten Erfolge sind bereits zu verzeichnen. Das Unternehmen Engelberts Naturprodukte, das ein Nahrungsergänzungsmittel namens "ALEN" bewirbt, hat sich in einem gerichtlichen Vergleich dazu verpflichtet, seine unhaltbaren Werbeaussagen in Zukunft zu unterlassen.*****

Das Geschäft mit "Functional Food" und Nahrungsergänzungsmitteln boomt. Dabei wird Konsumenten oft das Blaue vom Himmel versprochen. Mitunter ist von gesundheitsfördernden Wirkungen die Rede, teilweise wird sogar die Vorbeugung und Heilung von schwerwiegenden Krankheiten in Aussicht gestellt.

So auch beim Anbieter Engelbert's Naturprodukte, der sein Nahrungsergänzungsmittel ALEN mit den folgenden Werbeslogans bewirbt:
"ALEN versorgt den menschlichen Körper mit allen lebenswichtigen essentiellen Substanzen in großen Mengen" oder "Wollen wir uns gesund halten, so brauchen wir Zusatznahrung." Es wird behauptet, dass mit ALEN in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent bereits selbst unheilbare Krankheiten geheilt oder gelindert würden. Der Reigen der durch ALEN geheilten Krankheiten spannt sich in der Werbebroschüre von Schlaflosigkeit und sexueller Impotenz bis hin zu Arthritis, Parkinson Erkrankungen und Krebs. Sogar der Alterungsprozess soll durch dieses Wundermittel verlangsamt werden. Ein Nachweis dafür besteht nicht.

Auch die Behauptung, das Produkt würde den Körper mit "allen essentiellen Nahrungsinhaltsstoffen versorgen", stellte sich als falsch heraus. Wichtige Stoffe wie Vitamin B6, Phosphor und Jod waren in ALEN nicht enthalten. Die restlichen Inhaltsstoffe konnten den Tagesbedarf nicht annähernd decken.

Den Werbeaussagen zufolge sollte das Produkt aus 18 Getreidesorten bestehen. Tatsächlich fanden die Analysten nur Weizenkeime, Weizenkleie und Extrakte aus Sojabohnen, Braun- und Rotmeeralgen.

"Unternehmern, die mit derart unhaltbaren Versprechungen Konsumenten täuschen und prellen, muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden", meint Konsumentenschutzminister Böhmdorfer. Nach einer von ihm initiierten Klage über den Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich der Unternehmer "Engelberts Naturprodukte" nun in einem gerichtlichen Vergleich dazu verpflichtet, derartige Aussagen in Zukunft zu unterlassen. Es bleibe zu hoffe, dass dieses Klagsprojekt Vorbildwirkung auch auf andere Unternehmer hat, die derartige Wundermittel vermarkten, so Böhmdorfer abschließend.

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Referentin für Konsumentenschutz
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