Nestroy-Gala: Muttonen weist ÖVP-Aufforderung als "völlig unangebracht" zurück

Wien (SK) SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen sieht in
den Missbrauchsvorwürfen der ÖVP-Vizechefin Gehrer gegen die Künstler André Heller und Andrea Eckert einen Zensurversuch gegen unabhängige Künstler. "Es ist offenbar so, dass mittlerweile auch bei der ÖVP der Satz des Alt-FPÖ-Obmanns Haider - 'Die Hand die einen füttert, soll man nicht beißen' - zum kulturpolitischen Programm erhoben wurde", sagte Muttonen. Die Aufforderung zur Distanzierung, die von Gehrer an die SPÖ gerichtet wurde, sei "völlig unangebracht", betonte Muttonen gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Zumal Heller nichts anderes getan habe, als "pointiert und realitätsgetreu die näheren Umstände der letzten Regierungsbildung zu beleuchten". ****

In seiner Laudatio für Claus Peymann hat André Heller unter anderem gesagt: "Nehmen wir an, ..., dass ich hier nur ein Theaterstück, ein Märchen im Sinne Nestroys entwickle, nehmen wir an, es gäbe einen Parteiobmann, der vor den Wahlen verkündet, ... wenn er bei den Wahlen Dritter würde, verspräche er, sich nicht an der Regierung zu beteiligen. Derjenige würde dann Dritter ... und würde sich dann durch Figuren zum Kanzler erheben, die Hitlers Beschäftigungspolitik als erstklassig fänden und die österreichische Nation eine Missgeburt und die alten SS-Kameraden als die wahren Anständigen preisen ..."

Muttonen meinte dazu, dass sie das Unbehagen der ÖVP verstehen könne, "wenn die Vorgänge der letzten Regierungsbildung in dieser Deutlichkeit aufgezeigt werden". Sie hält es aber für "absolut untragbar, dass die ÖVP-Spitze Künstlern das Wort verbieten will, wenn sie nichts anderes tun, als in einer pointierten Weise die jüngste österreichische Geschichte rekapitulieren". (Schluss) wf

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