AK warnt vor "Datenschnüffler-Großaktion"

Lifestyle verschickt ausführliche Fragebögen - AK rät: Knausrig mit eigenen Daten umgehen - Trotz späteren Datenwiderrufs kann Adresshandel bereits florieren

Wien (AK) - 136 Fragen über zB Nettoeinkommen oder die Hausbank sollten KonsumentInnen Anfang Oktober beantworten. Das zur Schober Direktmarketing gehörende Unternehmen Lifestyle hat es wieder einmal auf Konsumentendaten abgesehen und bundesweit Fragebögen versandt, warnen die AK Konsumentenschützer. Die Daten werden dann im Internet angeboten. AK Tipp: Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um, denn wenn Sie die Datennutzung später untersagen, können diese schon bei zig Adresshändlern sein.

Die Fragebögen, die an zahlreiche österreichische KonsumentInnen verschickt wurden, haben es in sich: Ungeniert fragt Lifestyle nach dem Nettoeinkommen aller Hausbewohner, nach Einkaufsgewohnheiten, der kontoführenden Bank, Versicherungs- und Geldanlageinteressen. Auch vor Handynummer oder E-Mail Adresse, geplanten Autokäufen, Schulabschlüssen oder dem Namen des gegenwärtigen Strom- und Telefonversorgers wird kein Halt gemacht. Wer sich die Daten für Werbezwecke abluchsen lässt, kann eine Mini-Hifi-Anlage gewinnen. Im Internet bietet die Firma dann "weit über 100.000 Lifestyle Adressen, mehr als 5.000 passende Zielgruppen, Kunden mit wirklichem Kaufinteresse und unübertroffener Selektionstiefe" an, sagt die AK.

Konsumenten, die keine weiteren Zusendungen von Schober erhalten wollen, sollen sich direkt an den Adresshändler wenden, raten die AK Verbraucherschützer. Der AK versicherte die Geschäftsleitung, dass auf Wunsch des Konsumenten alle seine Daten sofort gesperrt werden. Betroffene können sich an das Lifestyle Institut für Marktanalyse und Konsumentenbefragungen wenden. Die Adresse lautet: 1100 Wien, Hebbelplatz 5, Tel. (01) 606 37 74; Fax: (01) 606 37 70; E-Mail:
schober.info@schober.co.at.

Adresshandel und Direktmarketing sind nach der Gewerbeordnung zulässig, so die AK. Jedoch ist es sehr unseriös, wenn Fragebögen mit einem "amtlichen Anstrich" verschickt werden, oder Konsumenten nur mangelnd über den Zweck der Erhebung aufgeklärt werden. Werden sensible Daten abgefragt, wie zB zur Gesundheit, ist die ausdrückliche Zustimmung des Konsumenten zur Speicherung und Weitergabe der Daten nötig. Der Konsument muss darauf hingewiesen werden, dass er die Datennutzung jederzeit untersagen kann.

Die Datenschutzkommission arbeitet derzeit mit den AK Konsumentenschützer und Adresshändlern an Verhaltensregeln. Dabei geht es um Fairness und Zurückhaltung bei der Datentiefe sowie um ausführliche Informationen über Verarbeitungszweck und die Datenempfänger. "Wer in Werbezusendungen untergeht und diese nicht wünscht, kann sich in die Robinsonliste des Fachverbandes Werbung eintragen lassen", sagen die AK Konsumentenschützer.

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Doris Strecker
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