"Gentechnikfreiheit muß langfristig gesichert sein" fordern Österreichs Biobauern und Konsumenten

Biobauer Markus Schörpf überreicht beim Agrarministerrat das Positionspapier der österreichischen Biolandwirtschaft an die EU-Kommissare Franz Fischler und David Byrne:

Wien (OTS) - Den österreichischen Biobauern und Konsumenten ist
die Wahlfreiheit zwischen gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Produkten unverzichtbar. Die geplante Richtlinie betreffend die Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten (SANCO 1542/02) kann dies nicht sicherstellen.

Die darin vorgesehenen Grenzwerte entsprechen nicht einer technisch unvermeidbaren Verunreinigung, sondern richten sich nach den Kennzeichnungspflichten in der Novel-Food-Verordnung von 1%. Es wird damit ein zu hohes Risiko eingegangen und gleichzeitig ein Toleranzbereich ausgenützt, der weit über dem niedrigsten technisch unvermeidbaren Verunreinigungen liegt.

Die österreichische Bundesregierung hat am 23. Dezember 2001 ein Saatgutgesetz erlassen, das, richtungsweisend auch für den gesamten europäischen Raum, dafür sorgen kann, dass einerseits die Wahlfreiheit auch in Zukunft für die europäische Bevölkerung gegeben ist und andererseits der Schutz der biologischen Landwirtschaft gewährleistet wird.

Diese Verordnung sieht vor, dass jede Saatgut-Partie auf gentechnische Verunreinigung untersucht wird. Diese Erstuntersuchung darf keinen positiven Nachweis auf gentechnisch modifizierte Organismen bringen. Die Probennahme hat so zu erfolgen, dass die statistische Unsicherheit nicht höher als 0,1% liegt. Bei einer allfälligen Kontrolluntersuchung beim Händler oder Landwirt dürfen 0,1% Verunreinigung keinesfalls überschritten werden.

Die Erfahrungen im ersten Jahr der Umsetzung des Gesetzes sind äußerst positiv: Es wurden insgesamt 148 Partien (Inlands- und Importware) untersucht. In keiner der Proben wurden Verunreinigungen nachgewiesen. Zusätzlich wurden 31 Audits bei Saatgutherstellern und -Inverkehrbringern durchgeführt, um die optimale Umsetzung des Gesetzes zu gewährleisten. Diese Ergebnisse bestätigen die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges.

Es ist den österreichischen Biobauern von äußerster Wichtigkeit, das Moratorium über die Neuzulassung gentechnisch veränderter Sorten aufrechtzuerhalten. Die Kombination einer strengen Saatgutregelung und der Aufrechterhaltung des Moratoriums ermöglichen die Klärung offener Fragen bezüglich Haftungen, Schutz des Biologischen Landbaus vor Auskreuzung und Vermischung mit GMO, Absicherung der gentechnikfreien Produktion im konventionellen Landbau. Die bisherigen EU-Verordnungen ("Neuartige Lebens- und Futtermittel", "Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit") geben zu diesen Fragen keine ausreichenden Antworten.

Erfahrungen in Kanada zeigen, dass ohne weitreichende begleitende Maßnahmen gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel nicht möglich sind.

Die Weichenstellung, ob es auch in Zukunft eine gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel in Europa gibt, wird im Rahmen der kommenden Saatgutregelung und in der Frage der Aufrechterhaltung des Moratoriums getroffen.

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