WGKK: Große Erfolge bei der Brustkrebsbekämpfung

Früherkennung und brusterhaltende Therapie im Vormarsch

Wien (OTS) - Das von der Wiener Gebietskrankenkasse, der Stadt
Wien und der Wiener Ärztekammer getragene Brustkrebsfrüherkennungsprogramm war außerordentlich erfolgreich. "Mit der Verstärkung der Früherkennung sowie der Etablierung eines Brustzentrums im Hanusch-Krankenhaus ist es gelungen, den Behandlungsbedarf früher zu erkennen und die Therapie schonender durchzuführen. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Überlebensrate sowie weniger Angst und mehr Lebensqualität bei den betroffenen Frauen. Wir sind auf dem richtigen Weg" betonte der Obmann der WGKK Franz Bittner heute im Rahmen einer Pressekonferenz.

Brustkrebs in Wien - Daten und Fakten

Der besondere gesundheitspolitische Stellenwert von neuen Früherkennungs- und Behandlungskonzepten wird durch einen Blick auf die epidemiologischen Eckdaten offenkundig:

* Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Wien erkranken jährlich fast 1.000 Frauen an Brustkrebs oder rund 18 Wienerinnen pro Woche.

* Über 400 Wienerinnen - oder 8 pro Woche - sterben an dieser Krankheit. Brustkrebs ist die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Und das, obwohl die Brustkrebs-Sterblichkeitsrate in Österreich in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist und unter dem EU-Durchschnitt liegt.

* Das Risiko für eine Frau, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken beträgt 10 bis 12 Prozent.

WGKK führend bei Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs

Seit 2001 läuft in Wien das größte europäische Brustkrebsfrüherkennungsprogramm unter dem Motto "Die Klügere sieht nach". Im Rahmen dieser Initiative, die gemeinsam von der WGKK, der Stadt Wien und der Ärztekammer für Wien getragen wird, erhalten alle 50- bis 70jährigen Wienerinnen eine persönliche Einladung zur Mammographieuntersuchung.

Mammographie ist bis dato die einzige wirksame Methode, um Brustkrebs sekundärpräventiv in möglichst frühem Stadium zu entdecken - noch bevor er tastbar ist! So kann brusterhaltend operiert und physisch wie psychisch wenig belastend für die Betroffenen behandelt und geheilt werden. Experten haben ermittelt, daß 25 bis 30 Prozent der tödlichen Brustkrebserkrankungen durch regelmäßige Vorsorge verhindert werden könnten.

Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Brustkrebsfrüherkennungsprogramm sehr erfolgreich

Die Evaluationsergebnisse dieses Programmes bestätigen die hohen Erwartungen:

* Seit Start des Programms sind die Mammographie-Früherkennungsuntersuchungen bei der Zielgruppe der 50-bis 69jährigen deutlich angestiegen.

* Der Anteil der Frauen in der Zielgruppe, die innerhalb von zwei Jahren mindestens ein mal bei der Mammographieuntersuchung waren, stieg von 47,2 % auf 67,1 %.

* Wie beabsichtigt, konnten mit dem Programm vor allem jene Frauen erreicht werden, deren letzte Mammographie bereits längere Zeit zurückliegt.

* Durch das Programm konnten besonders sozial benachteiligte Frauen zur Mammographie gewonnen werden.

* Die Qualitätssteigerung bei der Befundung konnte verbessert werden: Die Falsch-Positiv-Rate liegt sehr niedrig.

"Die WGKK wird dieses erfolgreiche Programm in noch weiter verbesserter Form fortführen. Dabei wird vor allem die stärkere Zielgruppenorientierung in Bezug auf sozial schwache Frauen und die noch weiter verbesserte Qualitätssicherung im Mittelpunkt stehen" sagte Bittner.

Neues Brustzentrum im Hanusch-Krankenhaus der WGKK

Flankierend zu den verstärkten Bemühungen um die Früherkennung hat die WGKK im Hanusch-Krankenhaus ein neues multidisziplinäres Brustzentrum eingerichtet. "In diesem Zentrum werden alle für die Diagnose und Therapie der Brustkrebserkrankung erforderlichen Kräfte patientinnenorientiert gebündelt" sagte Obmann Bittner.

Durch dieses neue Behandlungszentrum können folgende Ziele noch besser erreicht werden:

* Senkung der Brustkrebssterblichkeit;

* Rasche Befundsicherheit durch schnelle, zuverlässige und schonende Diagnostik (Mammographie, Ultraschall, Mammotom, ABBI-Gerät, Szintigraphie, MRT, PET);

* Erhöhung der Rate brusterhaltender Eingriffe und Senkung der Brustamputationsrate;

* Auffangen psychosozialer Krisen durch verstärkte psychosoziale Betreuung ("Komplette Heilung erst durch seelisches Wohlbefinden");

* Erhöhung der Lebensqualität der Brustkrebspatientinnen;

* Erhöhung des Patientinnenkomforts durch ein mulitdisziplinäres Komplettangebot ("Alles unter einem Dach");

* Qualitätssicherung im gesamten Betreuungsablauf.

Die Bundesregierung behindert die Präventionsarbeit der WGKK

"Um Projekte wie diese erfolgreich und dauerhaft umzusetzen bedarf es ausreichender finanzieller Ressourcen. Prävention und Gesundheitsförderung gibt es nicht umsonst" sagte Bittner. Die aktuelle Diskussion um die Finanzierung unseres Gesundheitswesens und der sozialen Krankenversicherung berührt daher auch den Präventionsbereich massiv. Wenn die WGKK etwa von der Bundesregierung dazu gezwungen wird, im Bereich der im eigenen Ermessensspielraum liegenden Leistungen massiv einzusparen, kann die von der Kasse angestrebte Entwicklung hin zu mehr Ursachenbekämpfung statt Reparaturmedizin nicht umgesetzt werden.

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