Schon 11-Jährige trinken Alkohol

Wien (Rotes Kreuz) - Österreichs Jugendliche liegen beim Missbrauch von Alkohol im europäischen Spitzenfeld. Ein Drittel der 15-jährigen Mädchen und etwa die Hälfte der 15-jährigen Burschen haben schon mehrere Rauscherfahrungen durch Alkohol gemacht, weiß das Anton-Proksch-Institut, ein Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit. Aber sogar schon sieben Prozent der elfjährigen Kinder trinken einmal wöchentlich Alkohol. Immer wichtiger wird daher Suchtprävention an Schulen.

"Je früher Alkoholkonsum einsetzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer späteren Alkoholabhängigkeit", sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen Roten Kreuz. Doch der Druck ist groß. Kaum ein Jugendlicher in Österreich wächst auf, ohne mit Alkoholkonsum von Eltern oder FreundInnen konfrontiert zu sein. Alkohol ist Teil des Alltags und nicht an bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Lebensstile gebunden. "Oft geben Jugendliche eben genau ‚Gruppenzwang' als Grund an, warum sie Alkohol trinken", so Lehner.

Neben den gesundheitsschädlichen Aspekten von Alkoholmissbrauch wird so gut wie nie an andere mögliche Folgen gedacht. So kann etwa der Verlust des Arbeitsplatzes Betroffene ökonomisch und schließlich sozial an den Rand drängen.

"Alkoholsucht kann nicht mit punktuellen Maßnahmen bekämpft werden. Vielmehr muss gerade bei Jugendlichen die individuelle Fähigkeit gefördert werden, sich selbst und seine Fähigkeiten bewusst wahrzunehmen", so Lehner. Neben den Eltern haben LehrerInnen dabei eine wichtige Rolle, sind sie doch täglich mit den Jugendlichen konfrontiert und so befähigt, Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen:
Leistungsabfall, Verhaltensänderungen, unentschuldigtes Fehlen sind einige davon.

Die GIVE-Servicestelle für Gesundheitsbildung des Österreichischen Jugendrotkreuzes, eine Initiative des BMBWK, BMSG und ÖJRK, bietet zum Thema "Jugend und Alkohol" umfangreiche Informationen für LehrerInnen an. Neben allgemeinen Hintergrundinformationen gibt es auch Hinweise auf Bücher, Broschüren sowie Unterrichtsmaterialien und Websites. Dazu zählt auch eine ausführliche Auflistung jener Institutionen, die Unterstützung für Alkoholkranke oder deren Angehörige anbieten.

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