Einem kritisiert "Kraftmeierei" Ferrero-Waldners gegenüber Tschechien

"Stehen nicht an, tschechische Regierung um eine Geste des guten Willens zu bitten"

Wien (SK) Unzufrieden zeigte sich der Europasprecher der SPÖ, Caspar Einem, nach den Erklärungen der Außenministerin zum Verhältnis zwischen Österreich und der tschechischen Republik vom Wochenende. "Frau Ferrero-Waldner sollte bedenken, dass sie eine Aufgabe im Namen Österreichs und aller seiner Bürgerinnen und Bürger hat und dass sie als Außenministerin Verantwortung für Österreich und seine Beziehungen zu anderen Staaten trägt", kritisierte Einem die Außenministerin für ihre Aussagen beim Bundeskongress der Jungen ÖVP in Krems. "Vielleicht sollte Frau Ferrero-Waldner den Beitrag von Barbara Coudenhove-Kalergi in der Wochenendausgabe der "Presse" lesen und erst dann wieder das Thema des Verhältnisses zwischen Österreich und unseren tschechischen Nachbarn ansprechen", empfahl Einem. ****

Denn dann würde ihr vielleicht klar werden, dass Österreich keinen Anlass hat, Druck zu machen, dass es Aufgabe der Außenministerin wäre, auf der Basis eines differenzierten Geschichtsbildes eine Brücke zu bauen, die es auch der tschechischen Regierung erlaubt, eine deutliche Geste gegenüber den unschuldigen Opfern der Aussiedlung der deutschsprachigen Minderheit aus der Tschechoslowakei in den Jahren 1945 bis 1948 zu setzen.

"Mit ihrer Kraftmeierei in Krems stellt sich die Außenministerin auf die gleiche Stufe wie die FPÖ. Durch dieses Verhalten hat Österreich schon mehr als genug Schaden erlitten", so Einem weiter.

"Wir stehen nicht an, die tschechische Regierung um eine Geste des guten Willens zu bitten. Wir wissen welches Leid der Nationalsozialismus und die Okkupation der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland erlitten hat. Wir wissen aber auch, welches Leid die Vertreibung der deutschsprachigen Minderheit aus der Tschechoslowakei bedeutet hat. Wir wissen um unsere gemeinsame Verantwortung dafür, das Zusammenleben heute und in Zukunft friedlich und auf der Basis des gegenseitigen Respekts und Verständnisses aufzubauen. Deshalb können wir auch um einen Schritt bitten, der dazu beiträgt und der unseren vollen Respekt verdiente", schloss Einem. (Schluss) wf/mm

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