Greenpeace zu Temelin-Gipfel: Arbeitskreis statt Verhandlungen ist schlechter Scherz

"Volkbegehren für atomfreies Europa" nun Gebot der Stunde

Wien (OTS) - Als "schlechten Scherz" und "völligen Zusammenbruch" der
österreichischen Anti-Atompolitik bezeichnete Greenpeace heute die Resultate des Treffens zwischen den Ministern Molterer und Svoboda. "Die Politik hat versagt. Nun müssen die Menschen in Österreich das Heft selbst in die Hand nehmen und die nächste Regierung mit einem deutlichen Votum beim KVolksbegehren für ein atomfreies Europa zu Taten statt Worten zwingen," betonte Erwin Mayer, Energie-Experte von Greenpeace in Wien.

Mit dem Volksbegehren will Greenpeace ein Verfassungsgesetz durchsetzen, dass zukünftige österreichische Regierungen dazu zwingt, sämtliche EU-Entscheidungen zur Förderung der Atomkraft zu blockieren und für einen europaweiten Atomausstieg einzutreten. Wenn es gelingt, die umfangreichen EU-Subventionen für AKWs wie Temelin abzudrehen, dann gibt es auch noch eine Chance, eine Schließung des Pannenreaktors in Tschechien durch wirtschaftliche Gründe zu erzwingen. Unterstützungserklärungen für das Volksbegehren liegen derzeit auf den Gemeindeämtern auf. Infos: www.greenpeace.at

"Verhandlungen auf Regierungsebene zur Schließung von Temelin durch
eine Äwissenschaftliche Arbeitsgruppe' zu ersetzen, und das auch noch als Erfolg zu verkaufen, ist reichlich frech. Doch gegen eine derartige Politik haben wir ein Gegenmittel anzubieten: Alle Menschen, die mit der Untätigkeit der Regierung und dem Vormarsch der Atomlobby in Europa nicht einverstanden sind, können schon am Montag zu ihrem Heimat-Gemeindeamt gehen und Unterstützungserklärungen für das %Volksbegehren für ein atomfreies Europa' unterschreiben", erklärte Mayer.

Die in Melk und Brüssel abgeschlossenen Abkommen zu Temelin sind nach Ansicht von Greenpeace "eine Augenauswischerei", weil sie den Pannenreaktor nicht sicherer machen. So sollen die einander gefährdenden Druckleitungen auf der sogenannten "28,8" Meter Bühne physisch nicht nachgebessert, sondern nur alle paar Jahre inspiziert werden. Der Austausch der Ventile wäre auch ohne Melker Prozess und Brüssler Abkommen im Rahmen des normalen Anlaufplanes geschehen. Tschechien hatte außerdem versprochen, den kommerziellen Betrieb von Temelin erst nach der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zu beginnen. Die Betreiber des AKW Temelin fahren das Kraftwerk aber bereits mit 80% seiner Maximalleistung und verkaufen Strom.

Rückfragen & Kontakt:

Matthias Schickhofer, Pressestelle Greenpeace,
Tel.: 0676-7309786
Mag. Erwin Mayer, Energie-Experte Greenpeace, Tel.:
0664-2700441

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