SJ-Dvorak: „Willkommen im christlichen Teheran!“Weltkonferenz von pro-life in Wien ist eine Kampfansage an die Rechte österreichischer Frauen.

Im Hinblick auf Ärztemorde in USA empfiehlt SJ-Wien als zusätzlichen Tagesordungspunkt Umbenennung in „Pro Knife“

Wien (OTS) - Anläßlich der am kommenden Wochenende in Wien stattfindenden
„Weltkonferenz“ von Pro-Life erhob der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, Ludwig Dvorak, schwere Vorwürfe gegen den Verantwortlichen von Pro-Life in Wien, Dietmar Fischer. „Die ganze Pro-Life-Weltkonferenz ist schlicht eine Zusammenrottung von katholischen Gotteskriegern, auf dem der weltweite Angriff auf grundlegende Frauenrechte und der Psychoterror gegen Frauen in Notsituationen koordiniert werden soll“, so Dvorak.

Wie das funktioniert führe Herr Fischer in Wien vor: „Da wird versucht, Frauen durch Inserate in verschiedenen Branchenverzeichnissen des von Fischer & Co betriebenen „Addam`s Frauen Zentrum“, dass sich im von den AbtreibungsgegnerInnen gekauften Haus, in dem sich außerdem noch die „Mairo-Klinik“ befindet, in die Irre zu führen, um sie einer katholischen Kopfwäsche zu unterziehen.“ Für all jene Frauen, die sich auch durch die sattsam bekannte, Agitation der Ultrareaktionäre direkt vor der Mairo-Klinik nicht einschüchtern ließen, hat „diese christliche Gegengründung zu den Taliban“ (Dvorak) aber noch ein ganzes Ensemble an psychischer Quälerei parat: Direkt über jenem Saal, in dem in der Mairo-Klinik Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, hat pro-life offenbar einen Betsaal eingerichtet, über Lautsprecher werden da abwechselnd Choräle, Rosenkranz-Gebete und Babygeschrei durch die Mauern
„übertragen“.

„Frauen in Ausnahmesituationen wie sie ein Schwangerschaftsabbruch darstellt, einer solchen psychischen Belastung auszusetzen hat einen Namen: Das ist Folter“, so Dvorak in Richtung Fischer. Bundeskanzler Schüssel und seine ÖVP beschuldigt der SJ-Vorsitzende der Kollaboration mit der „organisierten Frauenfeindlichkeit“ pro life. So lange Schüssels briefliche Unterstützungserklärung für eine Abschaffung der Fristenlösung im Raum stünde, und sich der Kanzler nicht einmal aufraffen könne, wenigstens die skandalösen Praktiken von Pro-Life in Wien zu verurteilen, solange müsse er sich den Vorwurf der Komplizenschaft gefallen lassen.

Aber auch die SPÖ will Dvorak nicht aus der Verantwortung entlassen:
Betroffene, die es sich irgendwie leisten könnten, zögen nämlich ohnehin
einen Schwangerschaftsabbruch in einem öffentlichen Krankenhaus dem Spießrutenlauf, der mit einer Abtreibung in den Privatambulatorien verbunden sei, vor. „Aber so lange Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern – sofern sie dort überhaupt möglich sind - knapp das dreifache kosten wie in Privatkliniken, ist der Kreuzzug von Pro-Life in aller erster Linie ein Feldzug gegen Frauen aus dem unteren Einkommensdrittel“, so Dvorak. Hier müsse gehandelt werden, und zwar schnell: Die Sozialistische Jugend Wien fordert Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern auf Krankenschein. Außerdem erneuert wurde die
Forderung nach Einführung einer Bannmeile vor Abtreibungskliniken.

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