"Neues Volksblatt" Kommentar: "Format?" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 12. Oktober 2002

LINZ (OTS) - Wiens SPÖ-Vorsitzender und Bürgermeister, der ÖVP-Politiker bekanntlich schon als "Koffer" bezeichnet hatte, ist seiner Rolle wieder einmal gerecht geworden. Zum Wahlkampfauftakt der SPÖ hat Häupl eine Reihe von Anschuldigungen gegen Schüssel und die Volkspartei vom Stapel gelassen, von denen sich nicht wenige im Grenzbereich von Wahlkampfgetöse und persönlicher Beleidigung bewegt haben.
Sich über den politischen Stil Häupls den Kopf zu zerbrechen, wäre allein Sache seiner Genossen, würde er nicht auch unter anderen Gesichtspunkten öffentliche Aufmerksamkeit verdienen. Immerhin wollen SPÖ-interne Gerüchte nicht verstummen, wonach es in SPÖ und ÖGB als ausgemachte Sache gilt, dass Gusenbauer durch Häupl ersetzt wird, wenn die SPÖ als stimmenstärkste Partei aus den Nationalratswahlen hervorgehen und die SPÖ den Bundeskanzler stellen sollte. (Die Vorliebe der Kronen Zeitung für eine Häupl-Pröll-Koalition zielt in dieselbe Richtung und soll in diesem Zusammenhang auch von Gusenbauer nicht unterschätzt werden.)
"Wer, wenn nicht er?" bekommt jedenfalls eine zusätzliche Bedeutung:
Österreich verdient und braucht einen Kanzler mit Format und keinen, der im Stil eines Favoritener Ortsgruppenkapos agiert.

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