Gradwohl: Arbeit der Bauern fördern, nicht den Grundbesitz!

Ungerechte Verteilung der Landwirtschaftsförderungen in EU als Hauptübel einer verfehlten Agrarpolitik

Wien (SK) "Solange die EU-Agrarpolitik von Vertretern eines hartnäckigen, reformunfähigen Agrarkartells der nationalen Großgrundbesitzer und Agrarfabriken dominiert wird, werden weiterhin die Kleinbetriebe, Bergbauernbetriebe und Betriebe in benachteiligten Gebieten dem Bauernsterben geopfert werden", erklärte SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die meisten nationalen Landwirtschaftsminister -und mit ihnen Molterer - würden seit Jahren und zum wiederholten Male ihre Reformunfähigkeit unter Beweis stellen. "Auch der österreichische Landwirtschaftsminister stellt sich gegen die Einführung von Obergrenzen für Förderungen bei Großbetrieben. Weiterhin sollen also drei Prozent der Großbauern in unserem Land gleich viel Förderungen wie 48 Prozent der Bauern erhalten", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete. ****

"Gerade die sozial gerechte Ausrichtung unter Bedachtnahme auf die Förderung von Arbeitskräften könnte unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft eine besonders effiziente Hilfestellung geben", so Gradwohl weiters. Die österreichischen Sozialdemokraten würden seit langem für die Umlenkung der Subventionen eintreten, -"die die Arbeitserschwernis und die menschliche Arbeitskraft in den Mittelpunkt stellt und nicht die Größe der Flächen und die Anzahl der Tiere".

Produktförderungen - Direktförderungen im Marktförderungsbereich - seien "an sich ungerecht", weil sie etwa auf die Benachteiligung keine Rücksicht nehmen. Förderungen, die ökologische Wirtschaftsweisen belohnen, Arbeitserschwernisse und Anzahl der Arbeitskräfte am Hof berücksichtigten, seien auch im Sinne der Konsumenten und Steuerzahler. Neben der menschlichen Arbeitskraft auf den Bauernhöfen stehe für die SPÖ jedenfalls der Konsument im Mittelpunkt.

"Eine gerechtere und sinnvollere Verteilung der Agrarfördermittel hat eine grundlegende Neuorientierung der Agrarpolitik in unserem Land und in ganz Europa zur Voraussetzung. Solange nicht der Mensch im Mittelpunkt steht und mit ihm die Arbeitserschwernis, der notwendige Arbeitseinsatz zur Erhaltung der Betriebe, wird das Bauernsterben prolongiert", so Gradwohl abschließend. (Schluss) ns/mm

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