Temelin-Treffen Molterer-Svoboda: Greenpeace pocht auf Initiatve für europäischen Atomausstieg

Greenpeace warnt vor Scheinmaßnahmen in Temelin

Wien/Prag (OTS) – Anlässlich des Treffens von Umweltminister Molterer mit dem tschechischen Außenminister Cyril Svoboda übte Greenpeace heftige Kritik am lahmen Anti-Atomkurs der österreichischen Bundesregierung und forderte Schritte zur Schließung von Temelin ein. Keinesfalls dürfte sich Molterer mit Scheinmaßnahmen zur angeblichen Hebung der Sicherheit in Temelin abspeisen lassen.

"Die in Melk und Brüssel erzielten Abkommen der Bundesregierung machen Temelin nicht sicherer und sind eine Augenauswischerei. So sollen die einander gefährdenden Druckleitungen auf der 28,8 Meter Bühne physisch nicht nachgebessert, sondern nur alle paar Jahre inspiziert werden. Der Austausch der Ventile wäre auch ohne Melker Prozess und Brüssler Abkommen im Rahmen des normalen Anlaufplanes geschehen. Dass die atomfreundliche tschechische Atomaufsichtsbehörde SUJB Studien unter anderem zur Erdbebengefährdung erstellen will ist gut und schön – macht Temelin aber nicht sicherer. Tschechien hat sich zu keinen konkreten und zusätzlichen Schritten verpflichtet. Da ist eindeutig nicht genügend", erklärte Greenpeace Energie-Experte Erwin Mayer.

Greenpeace fordert daher Bundesminister Molterer auf, sich nicht
mit
diesen Pseudo-Maßnahmen über den Tisch ziehen zu lassen und für einen europaweiten Atomausstieg einzusetzen.

Tschechien hatte versprochen, den kommerziellen Betrieb von
Temelin
erst nach der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zu beginnen. Die Betreiber des AKW Temelin fahren das Kraftwerk aber bereits mit 80% seiner Maximalleistung und verkaufen Strom. Weiters kritisiert Greenpeace, dass Österreich seine Bemühungen um strenge europäische Sicherheitsstandards de facto durch seine Akzeptanz von Temelin völlig konterkariert hat. Laut EU-Kommission würde das AKW Temelin dann den neu zu schaffenden europäischen Sicherheitsstandards entsprechen "Anstatt sich auf faulen Kompromisse in Sachen Temelin einzulassen, sollte Österreich für die Schließung aller Atomkraftwerke in Europa eintreten", betonte Mayer.

"Vor allem Umweltminister Molterer muss endlich Farbe bekennen ob
er
sich für ein atomfreies Europa einsetzt, und das von Greenpeace letzte Woche gestartete Volksbegehren unterstützt, oder nicht", erinnerte Mayer den Umweltminister. Greenpeace ruft die Menschen in Österreich auf, das "Volksbegehren für ein atomfreies Europa" zu unterstützen. Unterstützungserklärungen liegen auf Gemeindeämtern auf oder sind auf der Homepage von Greenpeace zu finden:
www.greenpeace.at. Sie müssen am Heimat-Gemeindeamt unterschreiben werden. Greenpeace will mit einem Verfassungsgesetz die zukünftigen österreichischen Regierungen dazu verpflichten, in der EU alle Pro-Atomentscheidungen zu blockieren und sich für den Ausstieg aus der Atomenergie in Europa einsetzen. "Wenn wir der Atomindustrie den Geldhahn abdrehen und ihre Privilegien beseitigen, können wir auch Temelin noch zu Fall bringen" so Mayer abschließend.

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MMag.Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel.
0676-5147246
Mag. Erwin Mayer, Energie-Experte Greenpeace, tel.
0664-2700441
Steffen Nichtenberger, Anti-Atom-Experte
Greenpeace, tel. 0664-6126703

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