AKS: Kein Platz für Menschlichkeit in Österreich?

Kritik an Strasser

Wien (SK) "Migrations-Management bedeutet Flüchtlingsströme und Fluchtrouten zu erfassen, um diese trockenzulegen. Es gibt sich der Illusion hin, dass Menschen sich in Grenzen einsperren lassen, in denen ihnen die Lebensgrundlage systematisch geraubt wird", so Ilia Dib, Leiterin der Antirassismusplattform in der AKS. Laut Dib nennen die Migrations-ManagerInnen in Politik, Polizei und Forschung diese Menschen "Wirtschaftsflüchtlinge" und schaffen damit die Legitimation, die Grenzen hochzurüsten. "Statt des eisernen Vorhangs wird jetzt an den EU-Außengrenzen ein high-tech Schutzwall errichtet", kommentiert Dib die Sicherheitszone im Grenzgebiet zu den Nicht-Schengen-Staaten. ****

"Anscheinend hat der Innenminister nichts besseres zu tun, als Menschen aufgrund ihrer Herkunft von einem ordentlichen Asylverfahren auszuschließen. Wenn Strasser massive Kritik von UNO, christlichen Vereinigungen, Amnesty International, Menschenrechts-NGOs und anderen als ‚sehr gutes Zeichen' wertet, so handelt es sich dabei um Realitätsverweigerung im fortgeschrittenen Stadium", zeigt sich Dib entsetzt. "Dass die EU dabei mitzieht, zeigt umso mehr die Notwendigkeit des heutigen Aktionstages. Bleibt zu hoffen, dass die WählerInnen Rechtsstaatlichkeit dem Populismus freiheitlicher Natur vorziehen."

Bei dem heutigen Aktionstag geht es aber auch darum, Alternativen aufzuzeigen. "Migration ist als Chance zu verstehen, nicht als Bedrohung. Die Schule sollte dazu da sein, die Toleranz, Solidarität und Weltoffenheit zu vermitteln, die für die Integration neuer MitbürgerInnen notwendig ist", erklärt die SchülerInnenvertreterin. "Zwangsmaßnahmen wie der ‚Integrationsvertrag' sind der falsche Weg. Wichtig wäre es, gemeinsame Orte der gleichberechtigten Begegnung zu schaffen, wie im Rahmen eines Ethikunterrichtes, gemeinsamen Schulprojekten, gezielter Einstellung von LehrerInnen mit Migrationshintergrund, usw. Die Einführung eines 'migration mainstreaming' in der Schule und allen staatlichen Institutionen wäre ein notwendiger Schritt in Richtung einer toleranteren Gesellschaft", so Dib abschließend. (Schluss) se/mp/mm

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