Wissenschafter mundtot machen Ist das Österreich neu regieren?

VertreterInnen des BEIGEWUM wenden sich gegen ÖVP-Androhungen eines quasi-Berufsverbots für unliebsame WissenschafterInnen.

Wien (OTS) - Einen unglaublichen Fall von Hexenjagd orten VertreterInnen des BEIGEWUM im Umgang mit dem renomierten Wirtschaftsforscher des WIFO und langjährigem Mitglied der Wissenschaftervereinigung BEIGEWUM, Markus Marterbauer. Nachdem ÖVP-Klubchef Andreas Khol am Sonntag in der Pressestunde den Chef des WIFO, Prof. Helmut Kramer, über die Medien dazu aufforderte, seinen Mitarbeiter in die Schranken zu weisen, legt nun ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat
noch ein Schäuflein nach. Sie fordert, dass Marterbauer keine fachlichen Expertisen im Namen des WIFO mehr machen darf. Das kommt de-facto einem Berufsverbot gleich! Ein Fall von medialer Politjustiz. Hier wird ein Wissenschafter persönlich diskredidiert, nur weil er zu Recht und übrigens schon seit dem Frühjahr 2001 auf den drohenden Konjunktureinbruch und dessen Auswirkungen aufmerksam machte , finden VertreterInnen des BEIGEWUM.

Stein des Anstosses war ein Interview von Marterbauer, in dem der Konjunkturexperte die Gründe für den Rückgang des Wirtschaftswachstums analysierte. Dieser hänge damit zusammen, dass die Binnennachfrage zurückgegangen sei, währenddessen die Exporte gestiegen seien, so die Aussagen Marterbauers. Sieht man sich die Bestimmungsgrößen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage an, so sind dies zum einen die staatlichen, zum anderen die privaten Ausgaben. Natürlich ist ein wesentlicher Grund des Rückgangs dieser Größen in der Fiskalpolitik zu suchen: Durch Reduktion der verfügbaren Einkommen (Gebührenerhöhungen etc.) auf der einen und Ausbleiben staatlicher Nachfrage auf der anderen Seite kam es zu einem solchen Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Das ist wohl eher eine analytisch-zwingende als eine politische Aussage , so die BEIGEWUM-VertreterInnen, die sich besonders besorgt über die tendenziöse Berichterstattung in der Tageszeitung Die Presse zeigen:
Wissenschaftliche Aussagen dürfen und können nicht parteipolitischen Interessen untergeordnet werden, nur weil sie manchen PolitikerInnen nicht gelegen kommen. Das ist gegen die Freiheit der Wissenschaft.

BEIGEWUM: ao.Univ.Prof. Dr. Joachim Becker, ao.Univ.Prof.Dr. Wilfried Altzinger, Univ.Ass. Dr. Johannes Jäger, Mag. Silvia Angelo, Mag. Christa Schlager, Mag. Markus Koza, Dr. Werner Raza, Mag. Bruno Rossmann, Mag. Josef Zuckerstätter

Rückfragen & Kontakt:

Silvia Angelo 0676/6285024 oder Christa
Schlager 0676/9512781
http://www.beigewum.at/ bzw.
beigewum@iname.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0004