Schasching: Gehrers Prognoseverfahren erhält ein glattes "Nicht Genügend"

Prognoseverfahren bedeutet Ausschluss für sozial schwach gestellte Kinder

Wien (SK) Die von Bildungsministerin Gehrer geforderte Leistungsüberprüfung von VolksschülerInnen und die Konsequenz, nämlich eine Zutrittskarte fürs Gymnasium oder eine Ablehnung, entlarvt die Unzulänglichkeit eines zweigliedrigen Mittelschulsystems. "WissenschafterInnen und WirtschaftsexpertInnen bestätigen, was BM Gehrer mit einem Kopfschütteln abtut - nämlich die sozialen Selektionsmechanismen von Ausleseverfahren. Es ist bewiesen, dass Kinder aus Familien mit geringem Einkommen nur auf Grund ihrer Sprache und ihrer Umgangsformen anders- nämlich schlechter- bewertet werden als Kinder aus sozial gutgestellten Familien. Die Prognosekraft aller punktuellen Überprüfungen, wer immer sie vornimmt, ist nachweislich gering. Bewiesen ist hingegen, dass bei diesem Verfahren Kinder der sozialen Grundschicht benachteiligt werden", erklärte SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching, Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde, am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Bei sogenannten Prognoseverfahren wird auf die individuelle Entwicklung des Kindes keinerlei Rücksicht genommen. Es wird eine Norm vorgeschrieben und wenn ein Kind dieser Norm, zu einem gewissen Zeitpunkt, nicht entspricht, bleiben ihm Bildungschancen verwehrt.

"Entwicklungspsychologisch fundierte Ergebnisse, dass manche Kinder in ihrer Entwicklung einfach ein wenig später dran sind, werden hier geleugnet- und genau diese Kindern bleiben bei diesem Modell auf der Strecke", setzt Schasching fort.

Eine gemeinsame Mittelstufe würde nach dem Vorbild vieler europäischer und angloamerikanischer Länder, Kindern die Chance geben, sich individuell zu entwickeln und Defizite auszugleichen.

"Hier werden Kinder nicht schon mit 10 Jahren nach Schulnoten selektiert- diese Auslese erfolgt doch immer auf Kosten der sozial schwach Gestellten und nicht auf Grund realer Leistungsprofile", betonte Schasching.

Die Kinderfreunde fordern daher eine gemeinsame Mittelstufe, in der Kinder unterschiedlichster Herkunft voneinander lernen und mittels Kleingruppen, Teamteaching und Projektunterricht ihre Interessen und Fähigkeiten entdecken dürfen. "Es muss Kindern die Chance gegeben werden, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz zu entwickeln. Lernen zu lernen ist der Schlüssel, um lebenslanges Lernen wirklich in die Tat umsetzen zu können", so Schasching.

Es sollen alle Kinder, die eine AHS nach der Volksschule besuchen wollen und dafür von den GrundschullehrerInnen als geeignet gehalten werden, die Möglichkeit dazu bekommen. Diese Wahlfreiheit für VolksschülerInnen und deren Eltern ist für mich ein wichtiges Kinderrecht, das nicht beseitigt werden darf", forderte Schasching abschließend. (Schluss) up/mp

Rückfragen: Mag. Martina Gmeiner, Tel. 5121298/47, E-Mail:
martina.gmeiner@kinderfreunde.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001