Freigaßner: Keine Matura für Gesundheits- und Pflegeberufe

"Der freie Zugang muß erhalten bleiben!"

Wien, 2002-10-10 - (fpd) Mit der vielfach geforderten Zugangsbestimmung der Matura für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, die in erster Linie von der Österreichischen Pflegekonferenz und dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband propagiert werde, lasse sich keinesfalls das Hauptproblem der personellen Unterversorgung in diesem Bereich beheben, betonte heute die FPÖ-Abgeordnete Evelyn Freigaßner. **** "Die Haltung der österreichischen Pflegevertretung gegenüber den zahlreichen Menschen, die tagtäglich im Gesundheits- und Krankenpflegebereich unter zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen engagiert arbeiten, ist geradezu eine Frechheit", kritisierte die FPÖ-Mandatarin. Es handle sich um den Gipfel der Überheblichkeit, wenn die Österreichische Pflegekonferenz dem Gesundheits- und Pflegepersonal Überforderung und mindere Qualifizierung anlaste. Zwar stelle die geforderte Höherqualifizierung und die Etablierung einer universitären Ausbildung in diesem Bereich eine mögliche Weiterentwicklung dar, aber verfehle den tatsächlichen Bedarf. "Denn gerade dort, wo direkt für die Kranken gearbeitet und allerseits lauthals der Pflegenotstand ausgerufen wird, wären vielmehr Menschen mit sozialer Intelligenz und Fürsorge gefragt", erläuterte Freigaßner.
Die Voraussetzung der Matura stelle aber nur einen blinden "Numerus clausus" dar, der vor allem arbeitsmarktpolitisch höchst bedenklich sei. Denn die schlechten Arbeitsbedingungen und die Unterbezahlung sei primär auf die Pflegeheime zurückzuführen, die unter zu laschen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Länder die Leute ausbeuten, meinte Freigaßner.
Zudem stelle gerade diese Berufssparte für all jene, die einer Ausbildung und einer zweiten Chance bedürfen, eine realistische Möglichkeit dar, sich am Arbeitsmarkt zu integrieren. Ihr sei klar, daß die rot-schwarze Regierung jahrelang Verbesserungen in den Ausbildungen unterlassen habe. Darüber hinaus wurden von ihnen Sozialübereinkommen mit finanzschwachen Staaten getroffen, in denen die Bezahlung von Ausbildungen unter unserem Standard bezahlt würden, um diese Leute im Gegenzug in Österreich beruflich zu verpflichten. Ein Sozialtransfer, den die freiheitliche Abgeordnete - angesichts der dargebotenen Ausbildungsmängel und der Arbeitslosigkeit in unserem Land - als völlig ungerechtfertigt erachte.
Hingegen habe Sozialminister Herbert Haupt gerade bei den Ausbildungen im Gesundheits- und Krankenpflegebereich Schwerpunkte gesetzt. Denn nach langer Zeit wurde seinerseits erstmals in Übereinkunft mit den Ländern ein gemeinsames Curriculum für die Pflegeberufe, die Altenbetreuer sowie die Familien- und Behindertenbetreuer erarbeitet. Denselben Vorwurf der Interessenvertreter an diese Regierung, könne sie also nicht gelten lassen, schloß die FPÖ-Abgeordnete. (Schluß)

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