Wiener Grüne kritisieren Delogierung einer Familie mit drei Kindern

Susanne Jerusalem: "Stadt Wien handelt unsozial"

Wien (Grüne) - Die Wiener Grünen kritisieren den Umstand, dass
die Stadt Wien wieder eine fünfköpfige Familie delogiert hat, da diese mit zwei Monatsmieten im Rückstand war. "Offensichtlich war das für Stadtrat Faymann ein ausreichender Grund, um drei Kinder und ihre Eltern auf die Straße zu setzen. Diese Delogierung ist unsozial und kommt der Stadt teurer als eine Zwischenfinanzierung des Mietrückstandes durch das Jugendamt", ist die Grüne Sozialsprecherin und GR Susanne Jerusalem entsetzt.

Die Gemeinderätin stellt fest, dass für eine fünfköpfige Familie mit einer Alleinverdienerin das Geld jeden Monat sehr knapp werden kann. "Jede Sonderausgabe reiße ein Loch, das kaum wieder gestopft werden kann. Allein der Schulbeginn wirke sich bei drei Kindern katastrophal aus", so Jerusalem. "Man muss sich einmal vorstellen, was das bedeutet, wenn der Exekutor vor der Türe steht, das Wohnungsschloss ausgetauscht wird und man nur das Nötigste mitnehmen darf. Der ganze Rest kommt in ein Lager, das natürlich wiederum Kosten verursacht. Die Kinder kommen zu Mittag von der Schule und stehen vor verschlossenen Türen, denn sie wissen noch gar nicht, dass sie delogiert sind."

Jerusalem verweist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Delogierung der Familie, ihre Unterbringung in der Familieneinrichtung der Obdachlosenhilfe und ihre anschließende Reintegrierung in eine neue Wohnung ein Vielfaches von den Mietschulden ausmachen wird. "Anstatt mit achttausend Schilling viel Leid zu vermeiden, zahlt Wien lieber ein Mehrfaches davon und nimmt in Kauf, Kindern diese schlimme Erfahrung zuzumuten. So verliert Wien sein soziales Gesicht", so Jerusalem abschließend.

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