Perspektiven und Chancen in der Arzneimittelpolitik

Köln (OTS) - Die bundesdeutsche Arzneimittelpolitik ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen: Zu unflexibel, zu unübersichtlich, zu teuer. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, kurz KBV, macht sich schon seit geraumer Zeit für eine zukunftsorientierte Arzneimittelpolitik stark, um die Kosten für Medikamente herunter zu fahren. Anfang des Jahres hat die KBV der Gesundheitsministerin versprochen, die Arzneimittelausgaben um 4,5 Prozent im Vergleich zu 2001 zu senken. Nun steigen die Kosten sogar. Verschreiben die Ärzte zu viel? Der zweite Vorsitzende der KBV, Dr. Leonard Hansen, meint nein, denn ...

O-Ton (ors07941) Dr. Leonard Hansen 14sec

Unsere Analyse zeigt, dass die Zahl der Verordnungen seit zwanzig Jahren ständig zurück geht. Und wir haben, trotz Wiedervereinigung, eine niedrigere Verordnungszahl an Rezepten als 1981.

Auf die Preispolitik der Pharmaindustrie haben die Ärzte allerdings keinen Einfluss. So lässt sich seit Jahren ein stetiger Anstieg der Arzneimittelpreise beobachten. Darunter kann und darf die ärztliche Versorgung aber nicht leiden.

O-Ton (ors07942) Dr. Leonard Hansen 19sec

Der Arzt ist seiner Beziehung zum Patienten im Sprechzimmer dazu verpflichtet, den Patienten nach bestem Wissen und Gewissen zu versorgen. Und wenn er ihm Präparate und Medikamente vorenthält, die seiner Gesundung dienen würden, dann würde er in der Versorgung versagen und rationieren. Und das ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders.

Dennoch herrscht in Bereichen wie Diabetes, Hepatitis C oder der Schmerztherapie immer noch Unterversorgung hierzulande. Mehr Geld für eine bessere Versorgung ist also dringend notwendig. Da die Pharmaindustrie aber nur wenig Anstrengungen unternimmt die Preise zu senken, schlägt die KBV ein so genanntes "solidarisches Festzuschusskonzept" vor. Dr. Werner Baumgärtner, Mitglied im KBV-Vorstand, erläutert worum es dabei geht.

O-Ton (ors07943) Dr. Werner Baumgärtner 27sec

Das bedeutet, jeder Patient bekommt ein preisgünstiges Medikament, insbesondere der chronisch Kranke, zu hundert Prozent vergütet. Aber es ist ein preisgünstiges Medikament. Oder der Patient kann, wenn er auf ein Medikament besteht, zuzahlen. Und es ist besser als im Augenblick. Denn im Augenblick bekommt er es gar nicht. Er bekommt entweder das niedrig preisigere - wenn er das höhere will, muss er den ganzen Betrag bezahlen. Also alles oder nichts. Und das ist besser bei unserem System.

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ors Originaltext: KBV

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