FSG/GPA-Frauen: Können Euphorie des Frauenministers nicht teilen

Die konservative Familienpolitik der ÖVP-FPÖ Chaos-Regierung beginnt Früchte zu tragen

Wien (FSG-GPA). "Wir können die Euphorie von Frauenminister Haupt zu der gestiegenen Zahl von weiblichen Teilzeitbeschäftigten nicht teilen", erklärt die Vorsitzende der FSG/GPA-Frauen, Erika Helscher in einer Reaktion auf eine Aussendung des Frauenministers.++++

"Teilzeitbeschäftigte sind massiven Diskriminierungen ausgesetzt. Frauen, die Teilzeitarbeitsplätze suchen, akzeptieren in vieler Hinsicht schlechtere Konditionen. 20 von 117 Frauen müssen eine Dequalifizierung in Kauf nehmen und damit eine geringere Entlohnung als es ihrer Qualifikation entsprechen würde. Ihre Aufstiegschancen sind deutlich verringert, denn die Betriebe investieren kaum in die berufliche Weiterbildung von Teilzeitkräften und die Verteilung der Arbeitszeit entspricht zumeist nicht den Vorstellungen und Erfordernissen der Frauen. Teilzeitbeschäftigung konserviert darüber hinaus die klassische Arbeitsteilung. Haus- und Familienarbeit bleibt die Domäne der Frauen. Die geschlechtsspezifische Teilung des Arbeitsmarktes wird weiter manifestiert", erklärt die FSG/GPA-Frauenvorsitzende.

"Um der massiven Schlechterstellung der Frauen am Arbeitsmarkt entgegenzusteuern, treten wir daher für eine generelle Arbeitszeitverkürzung ein. Darüber hinaus muss Teilzeitarbeit für qualifizierte Tätigkeiten gleichermaßen angeboten werden und die Integration in betriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen müssen gewährleistet sein", fordert Helscher

Die FSG/GPA-Frauen fordern:

o Vorrang für Teilzeitbeschäftigte bei der Besetzung von Vollzeitarbeitsplätzen gegenüber Neueinstellungen, um den Umstieg zur Vollzeit wieder realistische Perspektive werden zu lassen
o Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit
o zuschlagspflichtige Mehrarbeit für Teilzeitbeschäftigte bereits nach Überschreitung der mit ihnen vereinbarten täglichen bzw. wöchentlichen Arbeitszeit
o Rechtsanspruch auf Teilzeitkarenz auf allen betrieblichen Ebenen für beide Elternteile, mit Rückkehrrecht auf einen Arbeitsplatz im vorangegangenen Beschäftigungsausmaß
o Schaffung von qualifizierten Teilzeitarbeitsplätzen durch Frauenförderungsplänen
oSchaffung individueller Gestaltungsspielräume und Wahlmöglichkeiten über Dauer und Lage der Arbeitszeit nach den Bedürfnissen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb geregelter Grenzen. Wird von Seiten der ArbeitgeberInnen die Lage der Arbeitszeit verändert, so soll diese Änderung zuschlagspflichtig gemacht werden.

FSG, 9. Oktober 2002
Nr. 081

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