Basel II: Leitl fordert von Chef des Basel-Ausschusses mehr Zugeständnisse für KMU

Treffen zwischen Leitl und McDonough "freundlich und konstruktiv" - OTS-Foto folgt bis spätestens 15 Uhr Wien (PWK716) Der Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern (Eurochambres), Christoph Leitl, ist heute morgen in Brüssel mit William J. McDonough, dem Vorsitzenden des Baseler Ausschusses, zusammengetroffen. Der Baseler Ausschuss verhandelt derzeit über die Reform der Eigenkapitalvorschriften für Banken ("Basel II"), die auch für die Finanzierung von Klein- und Mittelbetrieben von Bedeutung sind.

Leitl erläutert in dem in sehr freundlicher und konstruktiver Atmosphäre verlaufenen Gespräch die wichtige Rolle des Mittelstands und strich die Differenzen zwischen der EU und den USA bei der Unternehmensfinanzierung hervor, etwa die geringere Eigenkapitalausstattung der europäischen Unternehmen. Aufgrund intensiven Lobbyings von Verbänden wie Eurochambres konnten im Rahmen der Basel II-Verhandlungen bereits etliche Erleichterungen für Klein-und Mittelbetriebe (KMU) durchgesetzt werden. Beispielsweise sollen Kredite an KMU von bis zu einer Million Euro wie Privatkredite behandelt werden, indem die Risikogewichtung verringert wird. Um Basel II tatsächlich KMU-tauglich zu machen, sind laut Präsident Leitl jedoch weitere Anpassungen notwendig. "Die Grenze, ab der KMU-Kredite mit Privatkrediten gleichgestellt werden, muss erhöht werden", forderte Leitl. Ferner sei die Anerkennung von Sicherheiten zur Besicherung von Krediten noch zu klären. "Die Frage der Sicherheiten, die für die Bonität zu unterlegen sind, sollte von den EU-Ländern auf nationaler Ebene definiert werden können", sagte der Eurochambres-Präsident. Zudem müsse auf jeden Fall gewährleistet sein, dass Basel II für die Banken nicht mit zu viel Bürokratie verbunden ist.

McDonough zeigte im Gespräch mit dem Eurochambres-Präsidenten Verständnis für die Anliegen der KMU. Er sagte zu, die Anliegen von Mittelstandsunternehmen und -Banken bei der Reform der Eigenkapitalregeln zu berücksichtigen. Leitl begrüßte das Entgegenkommen des Vorsitzenden des Baseler Ausschusses: "Ich bin sehr optimistisch, dass die heutige Begegnung für die europäischen Klein- und Mittelbetriebe ein weiterer Schritt vorwärts ist."

Leitl und McDonough vereinbarten für Anfang Jänner 2003 ein weiteres Treffen in Wien. In der Zwischenzeit wird der Baseler Ausschuss die Vorschläge der Europäischen Wirtschaftskammern prüfen. "Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, eine Lösung zu finden, mit der die Klein- und Mittelbetriebe wesentlich besser leben können, als das noch vor kurzem den Anschein hatte", stellte Leitl fest. "Nichts desto trotz müssen wir alles tun, um in Europa die Ausstattung der Unternehmen mit wirtschaftlichen Eigenmitteln zu verbessern, damit Benachteiligungen in einem globalen Wettbewerb verhindert werden können." (NE)

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