ORF-Programmschwerpunkt zum 75. Geburtstag von Günther Grass

Wien (OTS) - Anlässlich des 75. Geburtstages des Schriftstellers Günther Grass setzt der ORF einen Programmschwerpunkt in Radio und Fernsehen. Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, zu seinen berühmtesten Werken zählen "Der Butt", "Die Rättin", "Ein weites Feld", "Mein Jahrhundert" und "Die Blechtrommel" -hauptsächlich für dieses Werk hat Grass 1999 den Literaturnobelpreis verliehen bekommen.****

Das Programm auf Österreich 1:

"Tonspuren - Hörbilder zur Literatur", Sonntag, 13. Oktober, 18.15 Uhr
"Das Höllengelächter": Als 1959 der eng mit der Biografie des aus Danzig stammenden Autors Günter Grass verwobene Roman "Die Blechtrommel" erschien, wurde ein Muster gestrickt, das auch 40 Jahre später - 1999 und bei der Verleihung des Literaturnobelpreises - noch gelten sollte: International ein Erfolg und in Deutschland ein Skandal, ergibt einen Weltskandalerfolg. Der Bremer Senat verweigerte Grass den Bremer Literaturpreis und der Nobelpreis für das Gesamtwerk war nicht zu verhindern. Dazwischen hatte Grass (für die SPD) Wahlkampf gemacht, sich eingemischt, den "Mund aufgemacht" und die Kritik polarisierende Romane geschrieben, die jeweils Millionenauflagen erlebten. 1999 forderten die Kritiker, endlich über Literatur reden zu dürfen. Dieser Wunsch, nur über Literatur zu reden, bleibt auch zum 75. Geburtstag des Autors unerfüllt, denn Grass schreibt "Geschichten von unten".

"Die Literatur-Miniatur", Mittwoch, 16. Oktober, 16.55 Uhr Günter Grass: "Wörter auf Abruf" (Wagenbach) und "Gebrannte Erde" (Steidl). Zum 75. Geburtstag des Nobelpreisträgers

Das Programm in ORF 2

"Günter Grass - Eine persönliche und politische Jahrhundert-Bilanz", Sonntag, 13. Oktober, 23.20 Uhr, ORF 2
Das Schreiben ist immer nur die eine Seite von Günter Grass gewesen. Auch in der Politik führt der deutsche Bestsellerautor eine spitze Feder und eine scharfe Zunge. Ob für den Krieg im Kosovo oder gegen den Angriff auf Afghanistan, ob für Not leidende Kinder oder für die Opfer ausländerfeindlicher Gewalt, immer ist Grass ein Mahner für politische Redlichkeit und für Zivilcourage gewesen. In einer bewegenden Rückschau, die der ORF zum 75. Geburtstag des Schriftstellers am 16. Oktober zeigt, kommentiert Grass das zurückliegende Jahrhundert aus seiner sehr persönlichen Perspektive.

"Die Rättin", Sonntag, 13. Oktober, 23.40 Uhr, ORF 2
Drei Tage vor Günter Grass' 75. Geburtstag am 16. Oktober zeigt der ORF die Verfilmung seines 1986 erschienenen Literatur-Bestsellers "Die Rättin". Matthias Habich, Sunnyi Melles, Peter Radtke, Dieter Laser und Helene Grass, die Tochter des Dichters, spielen neben der "sprechenden" Rättin, der Katharina Thalbach ihre Stimme lieh, die Hauptrollen. Das Drehbuch verfasste Renate Fräßdorf, Regie führte Martin Buchhorn. Die Erde kurz vor ihrem Untergang: Vielleicht hätte der Planet gerettet werden können, wären die Menschen in der Lage gewesen, Kriege, Umweltverschmutzung und Hunger zu stoppen. Nur die Ratten haben die Zeichen der Zeit erkannt. Aufgeschreckt durch eine geheimnisvolle Vorahnung, verlassen sie ihre Schlupflöcher, denn sie spüren es: Im Gegensatz zu den Menschen werden sie die Katastrophen überleben und schon bald über die Welt herrschen. Ihr Auftauchen versetzt alle in Angst und Schrecken. Doch statt die Rattenflut als Alarmsignal zu deuten, als letzte Warnung vielleicht, das Ruder noch einmal herumzureißen, bekämpfen die Menschen nicht sich selbst, sondern das Symptom und leiten ihren Untergang erst richtig ein.(ih)

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