Morak: Staatspreis für Europäische Literatur 2002 an Christoph Hein

Adolf Holl erhält Staatspreis für Kulturpublizistik - Bekanntgabe der Literaturstaatspreise bei der Frankfurter Buchmesse

Wien (OTS) - Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse gab
Staatssekretär Franz Morak, heute, Mittwoch, die Nominierungen der von der Republik Österreich verliehenen Literaturpreise für das Jahr 2002 bekannt. Der mit 22.000 Euro dotierte Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht an Christoph Hein. "Hein ist ein Romancier und Dramatiker von europäischem Format, der es versteht, unsere Welt in große Literatur zu verwandeln", so Morak. Hein wurde sowohl für seine Beschreibung der "Welt von gestern" als auch für seine nüchterne und ernüchternde Beschreibung der Gegenwart, die er zuletzt in seinem Roman "Willenbrock" seinem diagnostischen Scharfblick unterzog, ausgezeichnet.

Preisträger des Staatspreises für Kulturpublizistik (7.300 Euro) ist heuer der Theologe Adolf Holl, der seit seiner Enthebung vom katholischen Lehramt als Schriftsteller und freier Publizist tätig ist. "Er hat uns unendlich kluge, kenntnisreiche und kontroversielle Bücher geschenkt, auf die wir auch in Zukunft nicht verzichten möchten, betonte Morak".

Mit dem Würdigungspreis für Literatur 2002 (11.000 Euro) werden Inge Merkel und Reinhard P. Gruber ausgezeichnet, gab Morak bekannt. Inge Merkels Romane gelten als unberührt von literarischen Moden oder Zeitgeschmack. Morak verwies auf Hilde Spiel, die vermerkte, dass hier ein Werk vorliege, das sich mit den großen Fragen der Menschheit Glaube, Liebe, Tod, Schöpfung und Apokalypse beschäftige. Reinhard P. Grubers Werk "reicht von Erzählungen über Romane und Theaterstücke bis hin zu Märchen und Musical und ist seit seinem 1973 erschienenen Buch ‚Aus dem Leben Hödlmosers', das nach wie vor als das ‚steirische Nationalepos' gilt, österreichweit ein Begriff."

Raoul Schrott wird für sein vielfältiges literarisches Schaffen der Förderungspreis für Literatur 2002 (7.300 Euro) zuerkannt. "Der Dichter, Erzähler, Essayist und Übersetzer Raoul Schrott ist in der griechischen Antike und der Dichtung der Sumerer genauso zu Hause ist wie im Mittelalter der Troubadoure, im Dadaismus oder Surrealismus" so Morak.

Abschließend kündigte Morak an, dass er mit dem internationalen Literaturfestival Berlin-Wien im September und Oktober 2003 eine weitere Initiative für zeitgenössische Literatur setzen möchte. "Dieses Lesefestival, bei dem international renommierte Autoren mehrere Tage lang aus ihrer Lyrik, Dramatik und Prosa vortragen, hat Berlin im vergangenen Jahr zur Welthauptstadt der Literatur gemacht. Gerne greife ich die Initiative des designierten Direktors des Theaters in der Josefstadt auf, dieses Festival nach Wien zu bringen, um im nächsten Jahr Berlin und Wien für einige Tage zu einer partnerschaftlichen Kooperation zu bringen" so Morak abschließend.

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