10. Oktober: Welttag der seelischen Gesundheit

Fonds Gesundes Österreich: Seelisches Wohlbefinden unverzichtbar für gesunden Lebensstil - Dennis Beck: "Psychische Erkrankungen enttabuisieren!"

Wien (OTS) - Der 10. Oktober steht im Zeichen der seelischen Gesundheit, seit die Weltgesundheitsorganisation WHO dieses Datum im Jahr 1992 zum "Tag des Psychischen Wohlbefindens" erklärt hat. Den morgigen 10. Oktober nutzt die WHO, um die Auswirkungen von Gewalt und Traumatisierung auf Kinder und Erwachsene zu thematisieren. Der Fonds Gesundes Österreich nimmt dies zum Anlass, um den Stellenwert der seelischen Gesundheit ins Bewusstsein zu rücken.

"Aus dem Blickwinkel der Gesundheitsförderung muss die seelische Gesundheit in den unterschiedlichen Lebensbereichen viel stärker berücksichtigt werden", ortet Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Freizeit und in der Familie noch Informationsdefizite. "Umfassendes Wohlbefinden hängt nicht allein von biomedizinischen Faktoren ab, sondern wird auch stark durch die psycho-sozialen Umstände beeinflusst", erinnert Beck. In Fachkreisen wird geschätzt, dass 25 bis 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter psychischen Belastungen - psychogene Schwankungen und Erkrankungen - leidet. Doch im Alltag wird die Problematik psychischer Erkrankungen tabuisiert und werden seelische Belastungen oft nicht ernst genommen. Gegensteuern will Dennis Beck durch Information und Aufklärung: "Den ÖsterreicherInnen muss bewusst gemacht werden, dass seelisches Wohlbefinden für einem gesunden Lebensstil unverzichtbar ist". Beck schlägt vor, in österreichischen Betrieben neben ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräften auch PsychologInnen einzusetzen, die sich des seelischen Wohls der ArbeitnehmerInnen annehmen. Für Betroffene müsse eine ausreichende psychotherapeutische Versorgung auf Krankenschein gewährleistet sein, es dürfe nicht auf deren Kosten gespart werden. Vor allem im ländlichen Raum beobachtet Beck Versorgungslücken.

Ansetzen will Dennis Beck im Ausbildungsbereich: "Menschen in sozialen und Gesundheitsberufen sollten besser auf die Aufgabe vorbereitet werden, zur Entstigmatisierung von psychisch Kranken beizutragen." Als Beitrag zur Sensibilisierung von MultiplikatorInnen und Bevölkerung kündigt Beck eine Informationsbroschüre an, die der Fonds Gesundes Österreich im Jahr 2003 zum Thema seelische Gesundheit herausgeben wird.

"Neben dem individuellen Leid sind die Folgeschäden psychischer Erkrankungen auch ein wesentlicher Kostenfaktor, da es zu Belastungen und Einschränkungen in der Lebensführung und in der Lebensqualität der Betroffenen sowie ihrer Angehörigen kommt", warnt Dr. Maria Schmidt, Gesundheitswissenschafterin, Psychologin und Gesundheitsreferentin des Fonds Gesundes Österreich. Als bedenkliche Indikatoren wertet sie das steigende Aggressionspotenzial bei Kindern und Jugendlichen sowie zunehmende Gewalt gegen Frauen. Ein weiteres Alarmzeichen sei der - im Vergleich zu Männern - dreifach höhere Psychopharmakakonsum bei Frauen: "Geschlechtsspezifische Gesundheitsrisiken müssten besser erforscht werden, um eine Grundlage für politische Aktionsprogramme zu bekommen", erklärt Schmidt. Der Fonds Gesundes Österreich werde die seelische Gesundheit im nächsten Jahr verstärkt in den Mittelpunkt seiner praktischen und wissenschaftlichen Aktivitäten stellen und durch Projekte untersuchen, wie man die individuellen und sozialen Ressourcen der Menschen, z.B. von Frauen und Jugendlichen, im Umgang mit seelischen Belastungen stärken kann.

Rückfragen & Kontakt:

Fonds Gesundes Österreich
Mag. Alexandra Grasl,
Pressereferentin
Tel. 01/ 895 04 00 - 16
Fax 01/ 895 04 00 - 20
alexandra.grasl@fgoe.org

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FOG0001