"Neues Volksblatt" Kommentar: "Der Eiertänzer" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 9. Oktober 2002

LINZ (OTS) - Da glänzen sie also um die Wette, die einstigen FP-Granden Susanne Riess-Passer und Karl-Heinz Grasser. Ein Bild der Skurrilität: In ihrer neuen Wahlkampfbroschüre schmücken sich die jetzigen FP-Spitzendarsteller mit "freiheitlichen Erfolgen der Regierungsarbeit" _ und hoffen wohl auf gnädiges Vergessen, dass jene, die die FP-Regierungsarbeit geprägt haben, von Jörg Haider und seinen Knittelfelder
Revoluzzern in die politische Wüste befördert wurden. Zugleich verrät die populistische Phraseologie von der ePartei des kleinen MannesM die Rückkehr zur Partei der Simplifizierung abseits jener komplexen Sicht der Dinge, die nun einmal eine Regierungspartei ausmacht.
Weder Hochglanzbroschüren, noch beschwörende Rufe von Mathias Reichhold, wie sehr er doch noch mit der _ gerade in ihrem stilvollen und konsequenten Abgang populär gewordenen _ Noch-Vizekanzlerin in Kontakt ist, lassen das Kalkül der freiheitlichen Wahl-
strategen aufgehen. Vom gewünschten Signal innerparteilicher Kontinuität kann keine Rede sein. Das Pendel hat wieder Richtung Haider ausgeschlagen, die Brüche zwischen den freiheitlichen Lagern sind unverändert offen. Für Mathias Reichhold blieb dazwischen bisher nur die Rolle des Eiertänzers auf dem Chefsessel.

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