Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Von Einheitsbrei und Zugpferd (von Mag. Claudia Grabner)

Ausgabe vom 9. Okt. 2002

Klagenfurt (OTS) - Wahlkampf ist's - und keiner merkt's. Gott sei Dank? Oder: Ein Trauerspiel? Auch wenn Neuwahlen lange herbeigesehnt wurden - sie trafen die Parteien (ohne eine Ausnahme) auf dem falschen Fuß. Von den leidigen Wahlkreis-, Landes- und Bundeslisten sei hier gar nicht gesprochen (die Erstellung derselben hat ohnehin ein Drittel des Wahlkampfes geschluckt, und Otto Normalverbraucher rätselt nach wie vor über Sein und Nichtsein von Kandidaten) - Faktum ist: der Wahlkampf stottert dahin. Er stottert dahin auf der Suche nach Themen, die Rot von Blau und Schwarz von Grün und vice versa unterscheiden. Bislang schwimmt man unliebsam im Einheitsbrei.

Als wäre der Einheitsbrei an sich nicht schon genug, fehlt ihm auch noch der Pfeffer. Schal und abgelutscht, kann kein Brocken den Gaumen des hungrigen Wählervolkes kitzeln: Steuerreform 2003 oder später? Mittlerweile reißt selbst die Koalitions-Vernichtungsfrage nicht wirklich "vom Hocker". Abschaffung der Ambulanz- und Aus für die Studiengebühren (wie die SPÖ verspricht)? - Schön, sozial und erfreulich. Aber ob man damit eine zweite Wenderegierung verhindert? Was die FPÖ will oder nicht, weiß sie selbst noch nicht. Detto die ÖVP: Sie reduziert sich auf ihr "Wen, wenn nicht er"-Zugpferd Schüssel. Und spätestens da müsste es Österreich die Sprache verschlagen - der Schweigekanzler als Wahlzuckerl...

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