• 08.10.2002, 15:20:05
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  • OTS0184 OTW0184

Förderung einer ökolgischen Fischzucht

Pressekonferenz mit Expertin aus dem Fischler-Kabinett

Wien (OTS) - Bei einer Pressekonferenz heute mittag in Wien, sagte
Maja Kirchner aus dem Kabinett des für Fischerei zuständigen
EU-Kommissars Franz Fischler: "Aufgrund unseres Reformvorschlages für
die Gemeinsame Fischereipolitik hat man uns den Vorwurf gemacht,
unsere Vorschläge wären zu grün. Wir haben kein Problem damit, denn
ohne Fische gibt es auch keinen Fischsektor!"

Der Reformvorschlag wurde Ende Mai von der Europäischen
Kommission präsentiert und rief daraufhin sehr unterschiedliche
Reaktionen in den Mitgliedstaaten der EU hervor. Als Kernstücke sieht
Kirchner v.a. zwei Punkte: Anstelle jährlicher Diskussionen im
Ministerrat sollten die Fangquoten in einem mehrjährigen Management
fixiert werden. Der zweite Punkt betrifft die Fangflotten: In Zukunft
soll es nur noch EU-Förderungen für das Abwracken von Schiffen, nicht
jedoch für deren Neubau geben.

Auf Basis des Reformvorschlages, legte die Kommission im
September einen neuen Strategieplan zur Fischzucht (Aquakultur) vor.
Dabei werden v.a. drei Ziele verfolgt. Erstens: die Schaffung
sicherer Arbeitsplätze insbesondere in den fischereiabhängigen
Gebieten. Ziel ist die Schaffung von 8.000 Arbeitsplätzen im Zeitraum
2003 bis 2008. Das spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des
ländlichen Raumes - auch in Österreich.

Ein weiteres Ziel ist die Erzeugung sicherer und hochwertiger
Fischereierzeugnisse und Förderung hoher Tiergesundheits- und
Tierschutzstandards. Wegen der Notwendigkeit, den Verbrauchern einen
hohen Gesundheitsschutz zu gewährleisten, hat die Kommission die
Rechtsvorschriften für die Lebensmittelhygiene neu gefasst. Für die
Jahre 2004 und 2006 ist eine Überprüfung des Dioxingehaltes von
Lebensmitteln und Tierfutter vorgesehen, die darauf abzielt, die
zulässigen Höchstwerte zu senken. Die derzeitige Überwachung und
Kontrolle auf das Vorhandensein von Antibiotika und anderen
Rückständen in Aquakulturerzeugnissen wird verschärft.

Und last but not least ist das dritte Ziel die Sicherstellung
der Umweltverträglichkeit dieses Sektors. Hier muss nach Wegen
gesucht werden, um die Umweltbelastung, die die intensive
Fischhaltung verursacht, einzudämmen und die Beeinträchtigung der
Wasserqualität in der Nähe von Aquakulturanlagen zu verhindern.
Betriebe, die von intensiver zu extensiver Fischzucht wechseln,
sollen in Zukunft mehr gefördert werden, ebenso wie die Erhaltung der
Artenvielfalt - was auch für Österreich interessant ist - künfig
gefördert werden soll.

Ein wesentlicher Punkt des Vorschlages betrifft das Marketing.
Um die Imagewerte der Fischzucht und ihrer Produkte zu verbessern,
könnten beispielsweise Gütezeichen geschaffen werden - wie in
Österreich die "Waldviertler Karpfen", die extensiv gezüchtet werden.

Maja Kirchner meinte abschließend: "Unser Aktionsplan zur
Fischzucht liegt auf dem Tisch. Jetzt ist es - im Falle Österreichs -
an den Teichzüchtern mit uns Kontakt aufzunehmen, welche
Möglichkeiten man in Österreich sieht bzw. mit welchen Problemen man
konfrontiert ist."

Rückfragehinweis:
Vertretung der Europäischen
Kommission in Österreich
Gerda Füricht-Fiegl
Tel.: 01/51618-341

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DEG

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