Förderung einer ökolgischen Fischzucht

Pressekonferenz mit Expertin aus dem Fischler-Kabinett

Wien (OTS) - Bei einer Pressekonferenz heute mittag in Wien, sagte Maja Kirchner aus dem Kabinett des für Fischerei zuständigen EU-Kommissars Franz Fischler: "Aufgrund unseres Reformvorschlages für die Gemeinsame Fischereipolitik hat man uns den Vorwurf gemacht, unsere Vorschläge wären zu grün. Wir haben kein Problem damit, denn ohne Fische gibt es auch keinen Fischsektor!"

Der Reformvorschlag wurde Ende Mai von der Europäischen Kommission präsentiert und rief daraufhin sehr unterschiedliche Reaktionen in den Mitgliedstaaten der EU hervor. Als Kernstücke sieht Kirchner v.a. zwei Punkte: Anstelle jährlicher Diskussionen im Ministerrat sollten die Fangquoten in einem mehrjährigen Management fixiert werden. Der zweite Punkt betrifft die Fangflotten: In Zukunft soll es nur noch EU-Förderungen für das Abwracken von Schiffen, nicht jedoch für deren Neubau geben.

Auf Basis des Reformvorschlages, legte die Kommission im September einen neuen Strategieplan zur Fischzucht (Aquakultur) vor. Dabei werden v.a. drei Ziele verfolgt. Erstens: die Schaffung sicherer Arbeitsplätze insbesondere in den fischereiabhängigen Gebieten. Ziel ist die Schaffung von 8.000 Arbeitsplätzen im Zeitraum 2003 bis 2008. Das spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des ländlichen Raumes - auch in Österreich.

Ein weiteres Ziel ist die Erzeugung sicherer und hochwertiger Fischereierzeugnisse und Förderung hoher Tiergesundheits- und Tierschutzstandards. Wegen der Notwendigkeit, den Verbrauchern einen hohen Gesundheitsschutz zu gewährleisten, hat die Kommission die Rechtsvorschriften für die Lebensmittelhygiene neu gefasst. Für die Jahre 2004 und 2006 ist eine Überprüfung des Dioxingehaltes von Lebensmitteln und Tierfutter vorgesehen, die darauf abzielt, die zulässigen Höchstwerte zu senken. Die derzeitige Überwachung und Kontrolle auf das Vorhandensein von Antibiotika und anderen Rückständen in Aquakulturerzeugnissen wird verschärft.

Und last but not least ist das dritte Ziel die Sicherstellung der Umweltverträglichkeit dieses Sektors. Hier muss nach Wegen gesucht werden, um die Umweltbelastung, die die intensive Fischhaltung verursacht, einzudämmen und die Beeinträchtigung der Wasserqualität in der Nähe von Aquakulturanlagen zu verhindern. Betriebe, die von intensiver zu extensiver Fischzucht wechseln, sollen in Zukunft mehr gefördert werden, ebenso wie die Erhaltung der Artenvielfalt - was auch für Österreich interessant ist - künfig gefördert werden soll.

Ein wesentlicher Punkt des Vorschlages betrifft das Marketing. Um die Imagewerte der Fischzucht und ihrer Produkte zu verbessern, könnten beispielsweise Gütezeichen geschaffen werden - wie in Österreich die "Waldviertler Karpfen", die extensiv gezüchtet werden.

Maja Kirchner meinte abschließend: "Unser Aktionsplan zur Fischzucht liegt auf dem Tisch. Jetzt ist es - im Falle Österreichs -an den Teichzüchtern mit uns Kontakt aufzunehmen, welche Möglichkeiten man in Österreich sieht bzw. mit welchen Problemen man konfrontiert ist."

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