Montessori-Vereinigung Wien feierte 10 jähriges Bestehen: 27. und 28. 9. 2002, Haus der Erste Bank, Schubertring

Wien (OTS) - Musik * Gesang * Festredner * Arbeitskreise *
Vorträge * Plenum * Kaffeepause * Kabarett "Die Zwei" * Auf den Spuren Mario und Maria Montessoris * Dias ¨ Materialien * Montessori Pädagogik im 21. Jahrhundert * Ausstellung * Lounge *

Der Hintergrund:

Wir, der Verein Montessori-Vereinigung Wien, knüpfen an eine große Tradition an: Schon in den 20er und 30er Jahren erlebte die Wiener Montessori Bewegung eine erste Hochblüte, die 1938 unterbrochen wurde. 1992 wurde der Verein "Montessori-Vereinigung Wien" gegründet, um der Montessori-Pädagogik einen festen Platz auch im Regelschulwesen zu schaffen.

Maria Montessori - wer war sie?

Maria Montessori,
italienische Ärztin und Pädagogin,
* Chiaravalle (bei Ancona) 31.08. 1870,
+ Noordwijk aan Zee (Niederlande) 6.05. 1952;
befasste sich mit der kindlichen Entwicklung und Erziehung.

Montessori forderte die Unterstützung des von innen heraus erfolgenden Antriebs des Kindes zu Selbstbildung und Selbsttätigkeit. Vom Greifen zum Begreifen ist ein Prinzip dieser vor rund 95 Jahren begründeten Pädagogik. Nicht starre Lehrpläne bestimmen die Entwicklung der Kinder, sondern in der "Freiarbeit" sollen der Tätigkeitsdrang und der Selbstbildungstrieb von Kindern geweckt werden.

Einerseits braucht es dafür kindgerechte Unterrichtsmaterialien, die vom Greifen zum Begreifen führen, damit Kinder mit ihren Händen genau die Handlungen vollziehen, die ihnen das Verständnis abstrakter Vorgänge ermöglichen. Seit den Anfängen gibt es eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Lern- und Übungsmaterialien.

Andererseits sind Räume mit vorbereiteter Umgebung nötig, in denen eine entspannte Atmosphäre entstehen kann, so dass Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Kinder entwickelt werden.

"Hilf mir, es selbst zu tun" führt weg von der Bevormundung durch einen Lehrer hin zu einer Begleitung des Kindes durch den Lehrer.

Was Pädagogen zu Montessori-Unterricht sagen:

Montessori-Kinder lernen nicht nur selbständig zu denken, sondern vor allem eigenverantwortlich zu handeln. Sie wählen deshalb auch viele Lerninhalte selber aus: Kinder wollen nicht irgendwann irgendwas lernen, sie erfassen das schneller und nachhaltiger, was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders interessiert.

Monterssori-Kindern werden Schwierigkeiten nicht aus dem Weg geräumt - viel wichtiger ist es, sie mit eigener Kraft und oft auch Mühe zu überwinden.

Manche Lerninhalte werden in der Freiarbeit in Teams erarbeitet, zu denen sich die Kinder immer wieder neu formieren. Montessori-Kinder lernen dabei Verantwortung für sich selbst und für andere tragen zu können.

Montessori-Kinder entwickeln ihre schöpferischen Kräfte durch freie Arbeitswahl in einer vorbereiteten Lernumgebung. Sie erbringen in weiterführenden Schulen Leistungen wie andere Kinder, zeichnen sich aber oft durch große Selbstständigkeit und ein hohes Maß an Erfolgszuversicht aus.

Montessori-Pädagoginnen und Pädagogen lassen die Kinder an sich heran, ermutigen, geben Zuspruch und trösten, glauben an die kindlichen Kräfte und begleiten die Lernaktivität mit Respekt und Achtung.

Diese Kinder können mehr aufs Spiel setzen, sich freier bewegen, weiter entfernen und mehr entdecken.

Was Kinder zu Montessori-Unterricht sagen:

"Mir gefällt es, weil wir uns aussuchen dürfen, was wir wollen. Und es ist lustig und interessant. Man lernt Neues und man kann neue Bücher lesen."

"Mir gefällt alles an Freiarbeit. Besonders gefallen mir die Schriftzeichen und das Lexikon. Man kann was lernen und denken."

"Für mich ist es schön, wenn ich ungestört an der Arbeit über Hämatit und Blutstein schreiben kann."

Was Eltern zu Montessori sagen:

"Meine Tochter hat ein selbsbewusstes Wissen. Ihr Wissen kommt aus ihrem Inneren."

"Mein Sohn war bei der Arbeit nicht so zappelig, sondern langsam und konzentriert. Seine Handlungen waren absolut zielgerichtet."

"Das Lernmaterial ist für mein Kind ein Gebrauchsgegenstand, und doch wird es wie ein kostbarer Schatz behandelt."

Das Fest:

Am Festakt nahmen ungefähr 120 Pädagoginnen und Pädagogen aus den verschiedensten Bereichen teil.

Einleitung

Ehrenschutz: BM Elisabeth Gehrer
Ehrengäste:
Mag. Thomas Reindl in Vertretung von Vzbm. Grete Laska
LSI Dr. Wilhelm Beranek
HR Dr. Herbert Haberl (Obmann des ÖBMP)

Inhaltliche Arbeit:

Im Rahmen der Festveranstaltung gab es folgende Vorträge:

Dr. Ela Eckert, Uppsala, Schweden: Auf den Spuren von Maria und Mario Montessori in Südindien und die Bedeutung für die Erziehung unserer Kinder im 21. Jahrhundert

Prof. Dr. Albert Heller, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd:
Montessoris anthropologische Konzeption und deren Bedeutung für Erziehung und Unterricht heute

Zitate: Prof. Dr. Albert Heller
"Was nur im Kopf sitzt, ist dem Vergessen unterworfen."

"Was über den Körper, über die Bewegung gelernt wird, bleibt im Gedächtnis, das nicht nur im Kopf sitzt."

"Das Lebenswerk von Maria Montessori lässt sich nicht auf die Methode reduzieren. Es ist ein umfassendes, weltoffenes pädagogisches Konzept. Es gibt Hilfe zum Leben, denn die Montessori- Pädagogik hört nicht bei der Grundschule auf."

Arbeitskreise mit Referenten aus Deutschland und Österreich zu folgenden Themen:

  • Was es alles am Himmel gibt... Sterne, Planeten und Co. (Thomas Helmle, Petra Wobcke-Helmle)
  • Die 6000 Jahreskette/Die 100 Jahreskette (Waltraud Croce)
  • Diagnose von Rechtschreibkompetenz mit Hilfe der Hamburger Schreibprobe und mögliche Förderansätze in der Montessori-Pädagogik (Prof. Dr. Albert Heller, Marianne Heller)
  • Kreatives Schreiben (Jutta Promegger)
  • Freiarbeit zur Vertiefung der Kenntnisse in Mathematik (Karin Dorner)
  • Stilleübungen im Jahreslauf (Evelyn Fiebich)

Zum Abschluss:

Unser Verein bietet allen Lehrern, Erziehern und allen anderen, die mit Kindern zu tun haben Diplomausbildungen zum Montessorilehrer. Diese Kurse werden von anerkannten Dozenten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz abgehalten und betreut.

Das Abschlussdiplom erfüllt die internationalen Standards.

Rückfragen & Kontakt:

Obfrau BSI Elisabeth Kunz
K. Borromäus-Platz 3, 1030 Wien
Tel.: +43 (1) 711 34-03156
Fax.: +43 (1) 711 34-99-03156
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