Verzetnitsch: Schluss mit Lippenbekenntnissen in der Jugendausbildung

ÖGB fordert langfristige Ausbildungskonzepte zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes

Wien (OTS) - ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch fordert eine echte Ausbildungsgarantie für junge Menschen und ein Ende der Lippenbekenntnisse. "Die kürzlich im Parlament beschlossenen Maßnahmen sind nur ein Notprogramm. Ein umfassendes und hochwertiges Ausbildungsprogramm sind wir unserer Jugend schuldig und ist Grundbedingung für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort Österreich." Das erklärte Verzetnitsch heute, Dienstag, im Rahmen der Verleihung der Anton-Benya-Preise zur Förderung der Facharbeit.++++

Verzetnitsch: "Es ist ärgerlich, dass der ÖGB so großen Druck auf die Regierung für ein Notprogramm ausüben musste. Es ist ärgerlich, dass Studierende für Vorlesungen in Kinosäle gepfercht werden. Es ist ärgerlich, dass jetzt einzelne Regierungsmitglieder mittels Inseraten den Eindruck vermitteln wollen, dass sie sich schon immer um Berufsausbildung gekümmert hätten."

"Zum 15. Mal werden heuer in einer 30jährigen Geschichte die Anton-Benya-Preise vergeben. Dies soll die Öffentlichkeit erinnern, dass Facharbeit kein 'just in time-produkt' ist", erklärte der ÖGB-Präsident. Die Fachausbildung sei nicht nur die Basis für die gesamte Wirtschaft, sondern auch für die Beschäftigung jedes Einzelnen.

Daher sind zusätzlich zu den jüngst beschlossenen Maßnahmen weitere Schritte notwendig - der ÖGB fordert unter anderem:

1) Ein Alternativangebot für Lehrlinge, das nicht jedes Jahr "gnadenhalber" in Kraft tritt, sondern Lehrstellensuchenden von Anfang an als Alternative - mit qualifiziertem Berufsabschluss - zur Verfügung steht.

2) Eine Lehrlingsfreifahrt, die diesen Namen auch verdient, weil sie die gesamten Kosten abdeckt. Denn was vor kurzem beschlossen wurde, ist eine Fahrtenbeihilfe, die bei weitem nicht alle Kosten deckt.

3) Ein ausreichendes, gebührenfreies Angebot zum Nachholen von Bildungsabschlüssen, insbesondere des Hauptschulabschlusses, des Lehrabschlusses und der Berufsreifeprüfung. Diese sind derzeit sehr teuer. So kostet zum Beispiel der Vorbereitungskurs für die Berufsreifeprüfung bis zu 3.000 Euro.

Bei allen Bemühungen um die Ausbildung junger Menschen, dürfe jedoch nicht auf die Probleme der Älteren am Arbeitsmarkt vergessen werden. "Auch hier spielt die Aus- und Weiterbildung eine wichtige Schlüsselrolle. Die Umschulungs- und Weiterbildungsangebote für die älteren Arbeitnehmer müssen verbessert werden. Auch die Bildungsberatung sowie -information muss besser organisiert werden. Hier ist das AMS gefordert", so Verzetnitsch.

(Forts.)

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