Erstes Konzert de Billys als Chefdirigent des RSO-Wien am 11.10.

Wien (OTS) - Sein erstes Konzert als Chefdirigent des RSO-Wien
gibt Bertrand de Billy am Freitag, den 11. Oktober - Beginn: 19.30 Uhr - im Großen Musikvereinssaal Wien mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Hector Berlioz und einer Uraufführung von Johannes Maria Staud (Solist: Thoams Larcher). Das Konzert wird live auf Österreich 1 übertragen.****

Bertrand de Billy über seine neue Aufgabe: "Das Orchester hat ein enormes Potenzial. Wir werden natürlich weiter Musik des 20. und jetzt auch 21. Jahrhunderts spielen, ich möchte aber auch das Repertoire verbreitern. Für mich ist etwa Mozart für die Klangkultur jedes Orchesters unbedingt notwendig, auch das französische Repertoire wurde etwas vernachlässigt."

Hörfunkdirektor Kurt Rammerstorfer: "Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Bertrand de Billy als Nachfolger von Dennis Russell Davies einen jungen, weltweit bereits sehr geschätzten und erfolgreichen Dirigenten zu gewinnen. In der Saison 2002/2003 wird das RSO-Wien unter ihm den Beweis antreten, dass es nicht nur in der Moderne, sondern auch im klassisch-romantischen Bereich zu den drei führenden Symphonieorchestern Österreichs zählt."

Seit 1. September 2002 ist der junge Franzose Bertrand de Billy neuer Chefdirigent des RSO-Wien. Am 11. Oktober debütiert er im Wiener Musikverein: Gemeinsam mit dem RSO-Wien musiziert er Mozart ("Linzer Symphonie"), Staud (Uraufführung von "Polygon", Musik für Klavier und Orchester) und Berlioz ("Symphonie fantastique").

"Polygon" von Staud ist ein Auftragswerk des ORF. Der junge Innsbrucker Senkrechtstarter unter Österreichs Komponisten Johannes Maria Staud erhielt im vergangenen Frühjahr von Claudio Abbado den Kompositionspreis 2002 der Salzburger Osterfestspiele. Das RSO-Wien hat bereits sein 1. großes Orchesterwerk "... gleichsam als ob ..." in Schwarz aus der Taufe gehoben und ihm den Kompositionsauftrag für "Polygon" erteilt. Staud arbeitet darüber hinaus an Aufträgen für die Wittener Tage für Neue Kammermusik, Wien Modern, die Münchner Biennale, die Berliner Festspiele, für die Wiener Festwochen und die Berliner Philharmoniker. "Polygon" (das Vieleck) verwendet im großen Orchester zwei Saxophone, Wagnertuben statt Hörnern, Piccolo-Trompete sowie Akkordeon und Harfe neben dem Soloklavier. Das Werk ist Thomas Larcher in Freundschaft gewidmet.

Am 18. Oktober folgt im Konzerthaus das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms. Weitere Höhepunkte von de Billys erster Wiener Konzertsaison: eine konzertante Aufführung von d´Alberts Oper "Tiefland" am 22. 1. 2003 sowie Mahlers 2. Symphonie am 31. 1. 2003 -beides im Konzerthaus.

Zur Person Bertrand de Billy

Der 1965 in Paris geborene Bertrand de Billy ist Dirigent und Musiker: Er ist ein Mann des Orchesters, hervorragend ausgebildet, schlagtechnisch mitreißend, trotz seiner Jugend von natürlicher Autorität. In künstlerischen Dingen ist er wenig kompromissbereit. Seine Lehrmeister hießen Pierre Dervaux, dessen Assistent er mit sechzehn in Paris wurde, und Georges Prêtre. Große Vorbilder sind Pierre Monteux und Charles Munch. Unter den Mozartdirigenten nennt er Fritz Busch, Bruno Walter, Erich Kleiber - aber auch Toscanini, dessen Salzburger Zauberflöte von 1937 ihn vor Jahren ungemein faszinierte.

Seine Karriere entwickelte sich im Blitztempo: Nach Lehrjahren als Geiger und Bratschist im Orchestre Colonne und im Orchestre Symphonique de Jeunes gründete er mit fünfundzwanzig sein eigenes Kammerorchester, die Académie de L'Ile Saint Louis, der er vier Jahre lang vorstand. Mit sechsundzwanzig dirigierte er seine erste Oper:
"La Traviata" in Oviedo, als Einspringer für Richard Bonynge. Mit achtundzwanzig war er erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor in Dessau, 1996 wechselte er in gleicher Position an die Wiener Volksoper. Dazu kamen Engagements an die Londoner Covent Garden Opera, die Staatsoper Berlin, die Opéra Bastille, an die Opernhäuser von Brüssel, Hamburg und München sowie nicht zuletzt an die Wiener Staatsoper. In Amerika gastierte er an der New Yorker Met ebenso wie in Washington und Los Angeles. 1999 verließ Bertrand de Billy die Volksoper, um als Chefdirigent am wiedereröffneten Gran Teatro del Liceu in Barcelona anzutreten. Allerdings ist er Wien nie ganz abhanden gekommen: Seit dem Sommer 2000 dirigiert er jedes Jahr eine Opernproduktion beim Klangbogen-Festival, und mit 1. September 2002 hat er die Leitung des RSO-Wien übernommen.(ih)

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