Private Girokonten: Preis-Leistungsverhältnis in Österreich deutlich günstiger als in Deutschland und Italien

Neue McKinsey-Studie bestätigt Defizitreduktion durch Rationalisierungen

Wien (PWK709) - Vor allem durch Rationalisierungsmaßnahmen ist es den österreichischen Banken gelungen, die Unterdeckung im privaten Zahlungsverkehr zu reduzieren. Allerdings besteht nach wie vor ein erhebliches Defizit bei privaten Girokonten, welches von 247 Mio Euro 1998 auf 152 Mio Euro im Jahr 2001 verringert wurde. "Trotz höherer Kosten, die durch weitere Steigerungen der Kontenanzahl und der Transaktionen sowie durch Euro- und Jahr-2000-Umstellung verursacht wurden, ist es den heimischen Geldinstituten durch wirksame Rationalisierungen gelungen, ein verbessertes Ergebnis im privaten Zahlungsverkehr zu erreichen", fasste der Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung, Generaldirektor Walter Rothensteiner, die Ergebnisse der neuesten McKinsey-Studie zum privaten Zahlungsverkehr zusammen.

Gemeinsam mit Bundessparten-Geschäftsführer Herbert Pichler und der internationalen Unternehmensberatung McKinsey präsentierte Rothensteiner, heute Dienstag, die - mittlerweile vierte -Untersuchung "Ergebnis im Girokonto mit Privatkunden 2001" vor Journalisten. Die Studie ergab für Österreich wieder ein deutlich günstigeres Preis-Leistungsverhältnis im privaten Zahlungsverkehr im Vergleich zu unseren Nachbarstaaten Deutschland und Italien. Gleichzeitig wird aber angesichts dieser Unterdeckung auf einen dringenden Handlungsbedarf hingewiesen.
Gegenüber Deutschland, wo im Zahlungsverkehr ein Deckungsgrad von 99,5 % erreicht wird, und Italien, wo deutliche Überschüsse vor allem durch höhere Kontopreise erzielt werden, liegt Österreich mit einem Kostendeckungsgrad von 86 % jedoch klar zurück.

Die McKinsey-Studie bestätigt weiters, dass durch Investitionen in den Serviceumfang und den Kundenkomfort im Zusammenhang mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen die Servicepalette weiter ausgebaut und verbessert wurde.

So wurde beispielsweise das Netz der Geldausgabeautomaten von 5.400 auf 6.600 erweitert und die von Banken und Europay zu mehr als die Hälfte gesponserten Bankomatkassen (POS-Terminals) von 6.000 auf 50.000 mehr als verachtfacht. Massiv wurden auch die Telebanking- und Internetbanking-Dienste, Call-Centers und Telefondienste im Inlandszahlungsverkehr ausgebaut und damit der steigenden Kundennachfrage nach modernen Lösungen entsprochen.

"Die EU-Verordnung, wonach die Konditionen des kostenintensiven Auslandszahlungsverkehrs ab Mitte 2003 an die Bedingungen im Inlandszahlungsverkehr angeglichen werden müssen, trifft Österreich aufgrund dieser Unterdeckung besonders", betonte der Bundesspartenobmann.

Die größten Kostentreiber beim privaten Girokonto in Österreich sind nach wie vor Bartransaktionen am Schalter. Wie McKinsey erhob, machen diese derzeit zwar nur ein Drittel aller Transaktionen aus, sind aber rund 2,5-mal teurer als Unbartransaktionen. Bei den Unbartransaktionen stellen sich vor allem Überweisungen als kostenintensiv heraus. Mengenmäßig mit 43 % vertreten, sind Überweisungen für 63 % der Gesamtkosten der Unbartransaktionen verantwortlich.

"Ungeachtet der erreichten Verbesserungen wird Kostensenkung und Rationalisierung nicht zuletzt aufgrund der Internationalisierung des Bankengeschäfts auch in nächster Zeit ein wichtiges Ziel der österreichischen Kreditwirtschaft sein müssen", erklärte Rothensteiner, wobei auch in Zukunft die Qualität der beim privaten Girokonto erbrachten Finanzdienstleistung ein besonderes Anliegen sein wird. (Ne)

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