Heinz Fischer zum 10. Todestag von Willy Brandt

Wien (SK) Nationalratspräsident Heinz Fischer nahm heute den 10. Todestag von Willy Brandt zum Anlass, um diesen großen, in Deutschland geborenen Europäer zu würdigen. Die Biographie von Willy Brandt ist Symbol für die Dramatik des 20. Jhs. und Symbol dafür, dass die demokratische, europäische Gesinnung sich letztlich als stärker erwies, als Krieg, Völkerhass, Nationalsozialismus und Stalinismus. ****

Willy Brandt wurde noch in der Zeit des deutschen Kaiserreiches geboren, war als junger Mensch in die Kämpfe und Krämpfe der Weimarer-Republik verstrickt, musste als junger Mensch den Triumph des Nationalsozialismus erleben und entschloss sich zur Emigration nach Norwegen, wo er zahlreiche internationale Kontakte knüpfte.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland konzentrierte er sich auf die Aufbauarbeit in Berlin, wo er zum Oberbürgermeister gewählt wurde und sich in den dramatischen Tagen und Stunden des unmenschlichen Mauerbaues im Jahr 1961 bewährte. Er wurde Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei Deutschlands und deren Kanzlerkandidat und erlebte - nach mehreren Niederlagen - seine Wahl zum deutschen Bundeskanzler im Jahre 1969. Seine große Leistung als Bundeskanzler war nicht nur seine sogenannte Ostpolitik ("Wandel durch Annäherung" in Zusammenarbeit mit Egon Bahr), sondern auch sein innenpolitisches Demokratisierungs- und Reformprogramm sowie seine Fähigkeit, das Gesicht Deutschlands sympathischer und menschlicher zu machen und von vielen Narben der Vergangenheit zu befreien.

Von 1976 bis 1992 war er Präsident der Sozialistischen Internationale und in dieser Funktion eine weltweit anerkannte Persönlichkeit.

"Durch seine engen Kontakte mit Bruno Kreisky hatte ich oftmals Gelegenheit mit Willy Brandt zusammenzutreffen", sagte Fischer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Er hat mich in jene kleine Arbeitsgruppe berufen, die das neuere Grundsatzprogramm der Sozialisitschen Internationale in den Jahren 1987 bis 1989 ausarbeitete und ich habe Willy Brandt auch bei seinem letzten Besuch in der Wohnung Kreiskys im Frühsommer 1990 (wenige Wochen vor Kreiskys Tod) begleitet. Willy Brandt verdient es, dass der Respekt, die Anerkennung und die Zuneigung, die ihm entgegengebracht wurden, aufrecht und lebendig bleiben. Er bleibt ein glaubwürdiges Symbol der Menschheit in der Politik", schloß Fischer. (Schluss) ps/mm

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