LR Dörfler: Salzburger Landeshauptmann verhindert raschen Bau der zweiten Katschberg-Tunnelröhre

Schaden für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt - Sicherheit hat im Vordergrund zu stehen

Klagenfurt (LPD) - Scharfe Kritik übte heute Kärntens Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler an der Forderung von Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Bau der zweiten Katschbergtunnelröhre auf der A10 Tauernautobahn. Wie Dörfler betonte, habe erst kürzlich das Bundesministerium für Verkehr, Innovationen und Technik bestätigt, dass für die aus sicherheitstechnischen und Umweltgründen dringend notwendige zweite Röhre keine UVP notwendig sei. Dörfler hat für das Verhalten Schausbergers kein Verständnis und ortet durch die mögliche Verzögerung des Baubeginns großen Schaden für die Wirtschaft, den Tourismus und die Umwelt.

Wie Dörfler weiters ausführte, habe er von Seiten des Landes Kärnten bereits sämtliche Vorarbeiten für einen Baubeginn im Jahr 2003 in Auftrag gegeben und sieht sich durch die Meinung des Verkehrsministeriums in seiner Vorgangsweise bestätigt. Schausberger blockiere durch seine UVP-Forderung nicht nur ein aus wirtschaftspolitischen und touristischen Gründen sinnvolles Projekt, sondern gefährde auch die bereits von der ASFINAG ab Herbst 2003 geplante Finanzierung.

Dörfler wird sich jedoch vehement für die rasche in Angriffnahme der Bauarbeiten in Hinblick auf die Erhöhung der Sicherheit und Entlastung der Umwelt bei Bundesminister Mathias Reichhold einsetzen. In Anspielung auf die Katastrophe im Tauerntunnel im Jahre 1999 sagte Dörfler: "Muss erst wieder etwas Schreckliches passieren, damit dringend notwendige Baumaßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in Angriff genommen werden."

Gleichzeitig will der Kärntner Verkehrsreferent neben dem Ausbau der Autobahn über eine Studie ermitteln lassen, welche Potentiale im Güterverkehr für eine Verlegung von der Straße auf die Schiene auf der Achse München - Salzburg - Villach bis zu den Häfen Koper (Slowenien) und Triest (Italien) vorhanden seien. Dieses Projekt solle Lösungen hervorbringen, die den Verkehrsprognosen für die nächsten Jahre, welche eine enorme Erhöhung des LKW-Verkehrs auf der Tauernstrecke erwarten lassen, entgegenwirken. Dörfler: "Österreich, insbesondere Tirol und Kärnten, ersticken im LKW-Verkehr. 2,6 Millionen Fuhren mit insgesamt mehr als 41 Millionen Tonnen wälzen sich in nur einem Jahr über die Alpen. Das sei das vierfache Aufkommen wie in der Schweiz." Diese Transithölle müsse ein Ende haben, forderte der Kärntner Verkehrsreferent, dem es in Verhandlungen mit Reichhold gelungen ist, eine Mitfinanzierung für die geplante Verkehrsstudie durch den Bund sicherzustellen. Der restlich Betrag soll zu gleichen Anteilen von den Ländern Salzburg und Kärnten finanziert werden.

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist für Dörfler ein Gebot der Stunde. Allerdings bestehe in diesem Hinblick besonderer Handlungsbedarf in Hinblick auf die Fahrzeit. So seien auf der Eisenbahnstrecke Salzburg - Koper derzeit die Kombi-Güterzüge rund 37 Stunden unterwegs. Das entspreche einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde.

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