Pflegenotstand durch verfehlte Bildungspolitik in der Gesundheits- und Krankenpflege

Wien (OTS) - Der Pflegenotstand wird verursacht durch die Bildungssackgasse, Überforderung und Überlastung am Arbeitsplatz und unattraktive Arbeitsbedingungen.

Österreich ist Schlusslicht im Bezug auf die formale Ausbildung für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe innerhalb Europas. Die EU-Richlinien sehen mindestens 18 Jahre und Matura als Voraussetzung zur Ausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege vor. In Österreich beginnt die Ausbildung mit 16 Jahren. Jugendliche in diesem Alter sind den Belastungen noch nicht gewachsen und scheiden vorzeitig aus dem Beruf aus.

Die universitäre Ausbildung in Pflegewissenschaft - in vielen Ländern obligatorisch - wurde bis jetzt von keiner Regierung für notwendig erachtet. In Gesundheits- und Krankenpflege ist kein akademischer Bildungsabschluss möglich - damit Bildungssackgasse. Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern haben 6000 Unterschriften gesammelt, um der Forderung nach universitärer Ausbildung Nachdruck zu verleihen. Die Österreichische Pflegekonferenz unterstützt diese Aktion.

Die Gesamtzahl an ausgebildeten Pflegepersonen auf 1000 Einwohner beträgt in Österreich 5,6 und ist nur halb so groß wie in anderen Ländern der EU. Damit fehlen in Österreich 10.000 DGKS und ebenso viele PflegehelferInnen.

Die Österreichische Pflegekonferenz fordert ein Bildungskonzept für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege sowie für AltenfachbetreuuerInnen und PflegehelferInnen, das u.a. beinhaltet:

- Ein Universitätsstudium für Pflege - 10% der professionell Pflegenden sollten akademisch gebildet sein (Universität und Fachhochschulen).

- Die Durchlässigkeit des Bildungssystems bis zur Universität

- Matura als Zugangsvoraussetzung

- Rasche Erhöhung der Anzahl diplomierter Gesundheits- und Krankenschwestern/-pfleger sowie Altenfachbetreuer und Pflegehelfer über den zweiten Bildungsweg.

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Österreichische Pflegekonferenz
Vorsitzende: Eva Kürzl
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