"kontext:europa": Kunstfestival aus Südosteuropa startet

Wien (OTS) - An insgesamt 22 Spielstätten wird das Kunstfestival "kontext:europa" ab Dienstag bis einschließlich 27. Oktober, neue zeitgenössische Kunst dem Wiener Publikum vorstellen. Gezeigt werden die Video-Installationen, Musik-Performances, Fotos und andere Kunststücke vorwiegend an gemeinhin "kunstfernen" Orten, wie etwa in den U-Bahn-Stationen der Linie 6, im kaiserlichen Hofmobiliendepot, im Arcotel Wimberger, in der Schiebekammer am Meiselmarkt oder in der Ottakringer Brauerei. Zentraler Ort ist das Theater des Augenblicks in Wien-Währing, welches selbst diverse Kunstveranstaltungen zeigen wird. Die Vorbereitungsarbeiten für das diesjährige Festival, welches bereits zum dritten Mal stattfindet, dauerten über ein Jahr. Roter Faden der Veranstaltungen, die durchwegs Kunst abseits der bekannten Pfade, zeigen, ist es, den Blick auf die europäische Heimat der rund 50 Künstler u.a. aus Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Slowenien, Albanien oder der Türkei zu schärfen bzw. dieses entferntere Europa überhaupt künstlerisch wahrzunehmen.

Klischees des Balkan am Prüfstand

Das Festival "kontext:europa", welches antritt, überkommene Bilder von Krieg, Zerstörung und tradierten Klischees über den "Balkan" zu hinterfragen, sucht in seiner Logistik den Alltag der Wiener auf, will sich also dort zur Diskussion stellen, wo man gemeinhin seine Einkäufe erledigt oder die Verkehrsmittel nutzt. Die Eröffnung des Festivals findet deswegen auch im "Turek Outlet Center" am Neubaugürtel statt, wo man üblicherweise Kleider kauft und Kunst nicht erwartet. Gezeigt wird die Video-Produktion "It's a Vicious Circle" von Kutlug Ataman. Der aus der Türkei stammende 41jährige Filmemacher lebt heute in London. Inhaltlich erzählt seine Produktion aus dem Leben eines in Berlin lebenden Mannes aus Jamaika, der über seine Schwierigkeiten in Deutschlands Hauptstadt erzählt. Die zwölf kreisförmig angeordneten und nach innen gewendeten Bildschirme sollen hierbei das Gefühl des "Ausgeschlossen-Seins" des Protagonisten nachvollziehbarer machen.

Kritik an schlechten Lebensumständen

Zorniger geht es im Gürtelgewölbe 77, unmittelbar bei der U6-Station Alserstrasse, zu, wenn Zoran Todorovics Produktion "Noise" gezeigt wird (13.-17.10), in der Unzufriedene und sozial deklassierte Menschen über ihr Schicksal klagen. Die 1998/99 entstandene Produktion versteht sich als künstlerisch-radikale Kritik sowohl am system gesellschaftlicher Kontrolle, wie auch an der damit einhergehenden Konformität westeuropäischer Lebensläufe.

Absteigeadresse Theater

Zentraler Ort von "kontext:europa" ist das Theater des Augenblicks in Wien-Währing, welches selbst Ort diverser Gastspiele und künstlerischer Happenings sein wird. So werden hier etwa zwischen 20 und 24. Oktober m Rahmen der Serie "Social Portraits" die oft misslichen Arbeitsbedingungen und angespannten sozialen Hintergründe bulgarischer Kunstschaffender gezeigt. Gleichsam als künstlerische Herberge umfunktioniert, bietet das Theater des Augenblicks während der Festival-Zeit auch Übernachtungsmöglichkeiten gegen Reservierung an bzw. kann im Theater, ebenfalls gegen Reservierung, auch sein Frühstück zu sich nehmen.

Das Festival "kontext:europa" fand im Jahr 2000 zum ersten Mal statt. Damals stand die bis dahin oftmals unbekannte Theaterwelt aus Polen, Russland, Slowenien und Tschechien auf dem Programm, Im darauffolgenden Jahr galt das Interesse dem Norden Europas, als Schweden, Norwegen und Finnland.

Nähere Informationen zum Festival auch unter :
http://www.kontext-europa.at/ . (Schluss) hch

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