Gehrer reif für Exil fern von bildungspolitischer Gestaltungsmacht

Um international vorne mitmischen zu können, brauchen wir dreimal so viele Studierende!

Wien (OTS) – Die Aufregung rund um die Anzahl an Erstinskribierenden an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) verleitet Bildungsministerin Gehrer und die ihr nahestehende Aktionsgemeinschaft (AG) der WU Wien zu Trugschlüssen. Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) liegt die Vermutung nahe, dass hier in Wahlkampfzeiten erneut eine Offensive
gestartet wurde, die eine Akzeptanz der Studiengebühren
suggerieren soll. Die ÖVP-AG setzt weiterhin auf
Panikmache und Emotionalisierung als Ersatz für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung der Studierenden.
Die Durchführung von Prüfungen wäre beispielsweise mit
ein bisschen gutem Willen, mehreren Terminen und geringem finanziellem Mehraufwand auch in den Räumlichkeiten der WU Wien
zu bewerkstelligen. Die Stadthalle muss als öffentlichkeitswirksame Pseudo-Alternative herhalten. Anstatt Problemlösungskompetenz zu demonstrieren verschwendet die AG ihre Ressourcen für Schützenhilfe im Wahlkampf der Mutterpartei ÖVP.****

Für die ÖH haben die Engpässe am Arbeitsmarkt für MaturantInnen zweifellos etwas mit den erstmals seit Einführung der Studiengebühren vorerst wieder steigenden Erstinskribierendenzahlen zu tun. "Natürlich leugnet ein tragende Säule der Noch-Regierung und Schüssel-Stellvertreterin die massiv angestiegene Arbeitslosigkeit. Immerhin stehen wir mitten im Wahlkampf", bezieht sich die ÖH-Vorsitzende
Andrea Mautz auf Fehlinterpretationen der Folgen schwarz-blauer Misswirtschaft durch Gehrer in den Salzburger Nachrichten vom 5.10.2002.

"Während Gehrer darauf hofft, dass sich die Zahlen wieder auf dem Niveau der vergangenen zwei Semester einpendeln, wo ein durchschnittlicher Erstsemestrigenrückgang um rund 15 Prozent
zu verzeichnen war, wissen wir, dass wir in Österreich dreimal so viele AkademikerInnen benötigen, um international mithalten zu können", äußert ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger ihr Unverständnis für die Stellungnahme Gehrers in der ZiB2 vom 4.10.2002. Die WU Wien hingegen greift zu absurden "Anreizen" wie einer Rückzahlung der Studiengebühren bei Studienabbruch. "Dieser Weg führt in die Sackgasse,
außerdem wird das Ministerium da nicht mitspielen. Wären die unsozialen
Studiengebühren nicht von Anfang an vom Budgetloch aufgefressen worden
sondern in die Universitäten geflossen, dann hätten wir nicht mit den nun an allen Ecken und Enden auftretenden Problemen zu kämpfen", so Weinberger. Die ÖH-Vorsitzenden erneuern abschließend ihre Forderungen
an jedwede zukünftige Regierungskonstellation: Weg mit den Studiengebühren,
wirkliche Reform der Universitäten, Stop der Implementierung des UG 2002
und dem Ausverkauf der Bildung.

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