"Neues Volksblatt" Kommentar: "Intakt" (Walter Salzmann)

Ausgabe vom 5. Oktober 2002

LINZ (OTS) - Bei aller gebotenen Vorsicht kann man sieben Wochen
vor den Nationalratswahlen vermerken, dass die ÖVP nahe an die SPÖ herangekommen ist und Wolfgang Schüssel in der Kanzlerfrage nach wie vor klar vor seinem Herausforderer Alfred Gusenbauer liegt.
Während der ÖVP allgemein ein gelungener Wahlkampfstart bescheinigt wird (wobei vor allem Schüssels Krisenmanagement zu Buche schlägt), will der Wahlkampf der SPÖ noch immer nicht auf Touren kommen. Das liegt einerseits an der mangelnden staatspolitischen Attraktivität des Spitzenkandidaten, dem das alte Juso-Image nach wie vor anhängt, als auch daran, dass es Gusenbauer nicht gelingt, bei Sachthemen zu punkten. Gusenbauers Auftritte hinterlassen mehr Fragen als Antworten. So verspricht der rote Kanzlerkandidat eine Steuerreform, eine Infrastrukturoffensive, eine Bildungsoffensive, Jobs mit Zukunft und auch die Abschaffung von Ambulanz- und Studiengebühren ! der alles entscheidenden Frage der Finanzierung weicht er jedoch jedes Mal aufs Neue aus.
Gusenbauers Problem ist nicht nur sein Mangel an persönlichem Profil, sondern auch ein ebensolcher an fundierten politischen Alternativangeboten. Die Chancen für die ÖVP, Nummer eins zu werden, sind intakt.

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