"Alfred Kubin - Aus meinem Reich". Meisterblätter aus dem Leopold Museum

Wien (OTS) - Das LEOPOLD MUSEUM zeigt vom 5. Oktober 2002 bis 6. Januar 2003 in der Grafiksälen des zweiten Untergeschosses die Ausstellung "Alfred Kubin - Aus meinem Reich". Mit über 80 Werken wird im Rahmen dieser Präsentation erstmals die Kubin-Sammlung des Leopold Museum in einem großen Umfang der Öffentlichkeit gezeigt. Die Ausstellung bietet einen monografischen Gesamtüberblick von der Frühzeit bis hin zum Spätwerk Kubins. Begleitet wird die Ausstellung durch Filme und Vorträge. Für Kinder und Jugendliche werden spezielle Vermittlungsprogramme angeboten.

In den 60er Jahren beginnt Rudolf Leopold Kubin zu sammeln. Die Einmaligkeit der vormals privaten Kubin-Sammlung besteht darin, dass Rudolf Leopold so genannte "Inkunabeln" Alfred Kubins erwerben konnte. Großteils handelt es sich dabei um Blätter, die in der Zeit zwischen 1899 und etwa 1912 entstanden sind. In dieser Schaffensperiode hat der phantastische Zeichner und Dichter Kubin zu seinen eigentlichen Bildthemen gefunden.

Aus der visionären Frühzeit (1900 - 1903) sind zahlreiche von Kubins bedeutendsten Werken zu sehen - z.B. "Das Grausen", welches später andere Künstler wie etwa den surrealistischen Filmemacher Luis Buñuel inspiriert hat, oder die Arbeit "Vergangenheit (Vergessen -Versunken)", in der ein vogelartiges Mischwesen unter dem "Druck der Vergangenheit" förmlich erstarrt. Die karge Szenerie wird durch den nahezu schwarzen Hintergrund symbolhaft verstärkt. "Der beste Arzt" ist für Kubin der Tod, der in Gestalt einer Frau den Kranken erstickt. Oder die metaphorische Zeichnung "Der Mensch" (1901), in der eine menschliche Figur, auf einem Rad sitzend, die Hände auf dem Rücken gefesselt, auf einer schmalen spiralförmigen Schiene, die aus dem Nichts herausführt und wieder in das Unendliche verschwindet, dahinrast. Der Mensch bekommt hier weder die Chance, seine "Lebensspur" selbst zu bestimmen, noch vermag er seine rasende Fahrt zu stoppen."Aus meinem Reich" (1899/1900) zeigt zwei Figuren in einer irrealen Traumlandschaft - ihnen gegenüber richtet sich ein gespenstisches Wesen auf; im Hintergrund ist ein übergroßer Fisch zu sehen, der sich ähnlich wie das unbekannte Wesen schwebend in der surrealen Landschaft fortbewegt. Vom Jahr 1906 sei besonders auf die Arbeit "Der Tod als Reiter" hingewiesen.

Mit dieser Ausstellung wird ein signifikantes Porträt von Kubins Schaffen gezeigt. Der Gesamtbestand von rund 300 Arbeiten Kubins in der Sammlung Leopold wird in nächster Zeit Gegenstand intensiver Forschung im Leopold Museum sein. Der Bestand der Kubin-Exponate soll in einem Gesamtkatalog wissenschaftlich aufgearbeitet werden, um die Basis für zukünftige Ausstellungsprojekte zu schaffen.

Ausstellungsdauer: 5. Oktober 2002 - 6. Januar 2003 Öffnungszeiten: Täglich außer Dienstag: 10 Uhr - 19 Uhr, Freitag: 10 Uhr - 21 Uhr,
24.12.2002 und 31.12.2002 geschlossen Eintritt: Euro 9, regulär
Führungen: Sonntags um 16 Uhr
Katalog: "Alfred Kubin. Die Sammlung Leopold", Hatje Cantz, Verlag, Ostfildern, 2002, Hrsg. von Rudolf Leopold, Romana Schuler für die Leopold Museum-Privatstiftung, (deutsch/englisch). Preis: Euro 16,80.

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