Welttierschutztag: VIER PFOTEN für Enthornungsstopp

VIER PFOTEN fordern Sicherheit im Stall ohne grausame Enthornung!

Wien (OTS) - Diese Praxis kostet unzähligen Kälbern und Rindern in Österreich auf schmerzhafte Art und Weise ihre Hörner. 2,118.454 Rinder standen laut aktueller Viehzählung 2001 in Österreichs Ställen, wobei die größten Tierbestände Oberösterreich mit 633.417 Tieren, und Kärnten mit 486.776 Stück Vieh aufweisen. Wegen des möglichst gering gehaltenen Platzangebotes in den heute üblichen Haltungssystemen und der möglichen Verletzungsgefahr für Mensch und Tier werden Rindern heute üblicherweise unter massivem Stress für das Tier die Hörner entfernt. Heute sind ca. 2/3 des österreichischen Rinderbestandes enthornt, wobei sich diese Zahl in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. "Der Umgang mit unseren Nutztieren liegt im Argen. Nicht das Tier ist an das Haltungssystem anzupassen, sondern die moderne Tierhaltung sollte sich an den Ansprüchen des Lebewesens orientieren," ärgert sich VIER PFOTEN-Experte Nicholas Fürschuss.

Enthornung: Die Lizenz zum Verstümmeln

"Nicht zuletzt durch die mangelhafte Aufklärung und Beratung von Seiten landwirtschaftlicher Institutionen ist die Anzahl der enthornten Rinder so massiv gestiegen", ist der VIER PFOTEN-Experte überzeugt. "Tierfreundliche Alternativen werden aber viel zu wenig angedacht", kritisiert er. So kann auch im Laufstall ein entsprechendes Platzangebot und die richtige Gestaltung des Stalls ohne Sackgassen das Risiko von Unfällen bei behornten Rindern minimieren. Eine andere Möglichkeit wird heute schon teilweise in Vorarlberg praktiziert: "Zum Schutz von Mensch und Tier wird das Horn abgefeilt und die Verletzungsgefahr auf diese Weise ohne Enthornung reduziert", betont Fürschuss.

Enthornung: Große Schmerzen und Beeinträchtigungen für Tiere

Das für die Tiere durch diese Praxis verursachte Leid ist jedenfalls enorm: Neben den körperlichen Schmerzen, die noch lange Zeit nach dem Eingriff zu spüren sind, wird auch das Sozialverhalten der Tiere dauerhaft und nachhaltig gestört. Hörner sind für Rinder sehr wichtig, um die Rangordnung festzulegen: "Bei enthornten Rindern wurden heftigere und über lange Zeit andauernde Rangkämpfe beobachtet, während bei einer natürlichen Struktur die Rangordnung sehr schnell wieder hergestellt wird", führt der VIER PFOTEN-Experte aus. Die gängige Enthornungspraxis bedeutet nicht nur einen schmerzhaften Eingriff, sondern hat massive Störungen bei Verhaltensweisen und in der Gesundheit der Tiere zur Folge.

Gegründet wurde die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN im Frühjahr 1988 von Helmut Dungler in Wien als Verein und finanziert sich seit damals ausschließlich durch private Spendengelder. Seit dem Sommer 1999 sind die VIER PFOTEN eine unabhängige Stiftung und wurden 2001 als einzige Tierschutzorganisation mit dem Spendengütesiegel ausgezeichnet: Die Organisation verfügt mittlerweile über Büros in Deutschland, Rumänien, Bulgarien und der Schweiz. Derzeit arbeiten in Österreich 30 fix angestellte Mitarbeiter und eine große Anzahl an freiwilligen Helfern daran Verbesserungen in der Tierschutzgesetzgebung zu erreichen und das Konsumverhalten der Bevölkerung positiv zu beeinflussen.

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