Gradwohl: Reform der EU-Agrarpolitik Voraussetzung für gelungene Erweiterung

Erweiterung in wirtschaftlicher Sicht bereits vollzogen - Politik tut sich schwer

Wien (SK) Ein klares Bekenntnis zur Erweiterung der Europäischen Union, die "nur aber nur unter der Voraussetzung einer umfassenden Reform der EU-Agrarpolitik zu einem wirklichen Erfolg werden kann", legte SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl Mittwoch Nachmittag im Rahmen einer Veranstaltung von Renner Institut und dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) zum Thema "Polens Integration in die EU: Thema Landwirtschaft" im Wiener Renner Institut ab. Laut Gradwohl habe die Wirtschaft die Erweiterung in weiten Teilen bereits vollzogen, österreichische Betriebe wie die Agrana oder Steirerobst seien höchst erfolgreich in den neuen Märkten. Gleichzeitig hinke die Politik dieser Entwicklung bedauerlicherweise etwas hinterher, so der SPÖ-Abgeordnete. Neben Gradwohl nahmen u.a. der polnische Vizepremier Jaroslaw Kalinowski, Landwirtschaftsminister Molterer sowie IDM-Vorsitzender Erhard Busek an der Veranstaltung teil. ****

Die bisherige Agrarpolitik der Union mit ihrer Förderung von Fläche und Viehzahl sei verfehlt gewesen und werde angesichts der Erweiterung den Anforderungen keineswegs gerecht. Gradwohl unterstrich, dass aus Sicht der SPÖ die Förderung der menschlichen Arbeitskraft als wichtigsten Faktor einer zukünftigen Agrarpolitik im Zentrum stehe, denn gerade in der Landwirtschaft sei es "der Mensch, der für uns im Mittelpunkt steht". Und nur wenn es gelinge, die gemeinsame Agrarpolitik auch entsprechend der Anforderungen in den Erweiterungsländern zu adaptieren, könne die Erweiterung insgesamt zum Erfolg für alle Staaten werden. "Wir sind für harte Verhandlungen, aber im Klima der Solidarität und Geduld. Wir lehnen die derzeit an den Tag gelegte Reformunwilligkeit ab, da uns die letzten sieben Jahre bewiesen haben, dass Reformen neue Möglichkeiten für Innovation freimachen", so Gradwohl, der abschließend entschieden gegen "Vetokeulen" auftrat, mit denen "kein Staat zu machen ist, mit denen keine Freunde gewonnen werden. Drohungen nützen niemandem, nicht einmal in einem Wahlkampf". (Schluss) ns/mm

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0005