"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kalkül" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 03.10.2002

Graz (OTS) - Was heißt "zum 1. Jänner"? Eine dramatische Frage, die Susanne Riess-Passer beim ersten Sondierungsgespräch mit den Beamtengewerkschaftern beschäftigte. Der Grund der semantischen Polit-Übung? In der im Jahr 2000 um vier Uhr früh textierten Gehaltsvereinbarung heißt es "zum 1. 1. 2003 erfolgt eine Überprüfung der Inflationsrate für 2002". Mit entsprechender Anpassung.

Die Vizekanzlerin hat nun den Beamten erklärt, "zum 1. 1." würde bedeuten "am 1. 1." und nicht früher. Nicht gerade schlüssig für die Beamten. Zumal der Neujahrstag nicht wirklich ein typischer Verhandlungstag ist.

Nachvollziehbar, dass die Beamten nun darauf pochen, das Jahr 2002 vor den neuen Gehaltsverhandlungen abzuschließen. Und es ist nachvollziehbar, dass sie das Entweder-oder-Angebot der Vizekanzlerin ablehnen. Was bedeutet Gehaltsverhandlungen für 2003 anzubieten, die paktierte Anpassung für 2002 aber auszuschließen? Dass aber eine Erhöhung 2003 sich auf ein geringeres Einkommen beziehen könnte. Und dass eine Vizekanzlerin für einen Zeitraum verhandelt, in dem sie mit absoluter Sicherheit nicht mehr der Regierung angehören wird.

Eine Pflanzerei mit politischem Kalkül? ****

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